Sonntag, 12. Mai 2013

OPA HÜLFT ! Heute: Ich bau mir einen Blog...

"Hülfe...Hülfe...Opa ! Jetzt stell´ ich schon die fünfte Figur in einer Woche ein, aber mein Blog is´ immer noch nich´ so cool wie deiner !"

Solche oder ähnliche Hilferufe erreichen mich immer wieder. Dabei genügt ein kurzer Blick auf den Blog des Bedauernswerten und ich weiß Bescheid:

Paulis Pinsel Pathos - Alles rund ums Tabletoppen !

Klare kontrastreiche Farbgebung, geschmackvolles Design, durchdacht und strukturiert der Aufbau. Logische Sparten erleichtern das Manövrieren und aussagekräftige Labels helfen beim Auffinden der Lieblingsspielsysteme oder der bevorzugten Epoche. Müßig zu erwähnen, dass vor dem Veröffentlichen des jeweiligen Posts nochmals Korrektur gelesen wird. Selten so eine professionell aufgezogene Website gesehen. Der da jammert, ist selbstredend auch am Pinsel noch ein Könner...

Heilige Scheisse, wo soll ich da nur anfangen ?!

Dabei kann man diesen oder ähnlichen Ärger beim Erstellen oder Betreiben eines Blogs schon zu Beginn vermeiden, wenn man sich an ein paar ganz einfache Grundregeln hält. Dabei gilt es, sein Handeln regelmäßig, unter Berücksichtigung der folgenden Prämisse, einer stetigen Hinterfragung zu unterziehen:

Wie würde ich meinen Blog gestalten, wenn ich untalentiert und grenzdebil mit Hang zum Größenwahn wäre?

Regel 1: Eine angemessene Kommunikationsform finden

Wer liest meinen Blog: "nerdiges GW-Opfer", "hipper Rule-Hopper" oder "abgeklärter Alttabletopper" ?
Der Jungdynamiker, der gerne das sauer verdiente Geld seiner Eltern mit vollen Händen aus dem Fenster bzw. in das Fenster des örtlichen GW-Ladens wirft oder der jungerwachsene Zappelphilip mit ständig aktivierter Faselfunke am Ohr und Fratzenheftmanie brauchen komplexe Texte mit verschachtelten Satzstrukturen und besonders vielen Fremdworten (also richtigen Fremdworten), damit sie mal lernen, sich zu konzentrieren und eine Ahnung bekommen, was unter dem Begriff "Muttersprache" zu verstehen ist. Zusätzlich wird ihnen unterschwellig vermittelt "Du bist doof !"
Der lebensältere Pinselknecht wird mit Worthülsen, hippen Neoanglizismen und Satzellipsen an die Grenze seiner Aufnahmefähigkeit befördert, damit er mal sieht, welch alter Sack er schon geworden ist. Ältere Semester schätzen es auch, Sätze zu lesen, die so daherkommen:
"OMG die fuckigen earlyImperALs NonPerrys haben dermasssen verkackt+der paintJOb war beef !
NoGo auf ganzer Linie, Noob !"

So oder so: Der jeweilige Leser bekommt - schon bevor er nur das erste Bild gesehen hat - echte Komplexe. Recht so.

Regel 2: Chaosforschung

Verschwende keine kostbare Zeit auf der Suche nach einem durchdachten Blogaufbau.

1. Halte labels vage oder verwende nichtssagende Allgemeinplätze.
    Fortgeschrittene schreiben in Sanskrit oder erfinden einfach irgendwelche Wörter. Das gibt Deinem
    Blog den gewissen mystisch-geheimnisvollen Kick !
2. Ordne Deine Beiträge nach Gutdünken. Leser lassen sich gerne überraschen.
    Deine Frühimperialen Römer erhalten nicht den label "Legionen", sondern gehören unter "sci-Fi, 15mm"
    abgelegt. So verweilt der Leser länger auf Deinem Blog und Du erzeugst eine gewisse Spannung.
    Außerdem  wird die Suche weniger vorhersehbar.
3. Bloglisten kennen wir alle; ständig wird auf andere Pinselschwinger- und Figuren-über-den-Tisch-schiebe-
    Blogs verwiesen. Da sollte man sich schon ein bißchen abheben und verweist darum auf vollkommen
    themenfremde Blogs. Wer sagt denn, dass einen wargamer nicht Themen wie "Neues von Zalando" oder
    "Fußpilz weg dank Eigenurinkur" interessieren ?
4. Zitiere veraltete links oder solche, die den Leser auf virenverseuchte Werbeseiten führen.
    Das schult den Charakter des menschenscheuen Würfelmorlocks und macht ihm subtil klar, dass außer-
    halb deines heimeligen Blogs ungeahnte Gefahren im Web lauern. Den hippen Fratzenheftvirtuosen
    kann man damit freilich nicht mehr hinterm Ofen hervorlocken, der ist da Anderes gewohnt. Beim alten
    Grenadier-Zausel der ersten Stunde mag diese Lehrstunde indes durchaus verfangen.

Fortsetzung folgt...

Ok, soviel erstmal zu den basics in Sachen Blog, beim nächsten mal werde ich auf das Eigentliche - Figuren, ihre Bemalung und Präsentation - eingehen. Kann wie gesagt ein paar Tage dauern, denn ich hab´zu tun...

Kommentare:

  1. Ich lach mir ständig einen Ast, wenn ich diese brechstangensubtilen Ausführungen in einer solch virtuosen Wortwahl lesen darf und bin mittlerweile zum Dauergrinser geworden, währen ich hier mitlese. Danke Opa!

    Michi

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  2. "d" vergessen...soviel zum Korrekturlesen vor dem Veröffentlichen.

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    1. Ja da siehst Du es selbst: Kleine Hilfestellung-->gleich Lerneffekt !
      Das macht mich sehr sehr glücklich...

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