Sonntag, 19. Mai 2013

OPA HÜLFT ! Heute: Ich bau mir einen Blog...(Teil 2)

Hülfe...Hülfe...Opa ! Am Gussast meiner Psychoorks ist neben Bolter und Zermanscheraxt auch noch so ´ne Schocklanze dran. Soll ich dem Ork lieber die Lanze drankleben, statt dem Bolter ?

Nein, die schiebst Du ihm in den Hintern und machst ´n  Eis am Stiel aus ihm.

HuHu !

Im zweiten Teil meiner kleinen Lebenshilfe werden wir uns mit den Hauptdarstellern Eures Blogs beschäftigen, nämlich den Zinnfiguren.
Na aufgepaßt ? Genau. Korrekt müßte es nämlich nur Figuren heissen.
Unter den Nachwuchsstubenhockern jüngeren Baujahrs setzt sich mehr und mehr die Plastikfigur durch, wer sich selbst als non-mainstreamer darstellen will, prahlt gerne mit Resin (Höllenzeug).
Irgendwie ist Zinn out. Woran liegt es ? An den Preisen eher nicht, wenn ich mir ansehe, welche Kurse für 0,62 g Plastikjuppe aufgerufen werden. Zusammenbauen muß ich den Scheiss´ auch erst noch. Will ich jetzt Modellbau betreiben oder Figurenschieben ?!
Ich ahne allerdings, dass das irgendetwas mit Sozialisation und Zeitläuften zu tun haben muß.
Gesetztere Herrschaften - so wie ich - wuchsen in Zeiten heran, in der Dinge noch aus richtigem Material gemacht wurden: Spielzeug aus Holz und Metall, Anziehsachen aus Wolle und Baumwolle und unsere Lebensmittel waren noch anständig verpackt: Getränke in Glasflaschen (Aber: Bierbüchse !!), Obst in Papiertüten, der Rest in Pappschachteln. Heute ist Alles aus Plastik. Bei vielen Kindern zwischenzeitlich scheinbar auch das Großhirn, wie ich neulich in der U-Bahn...aber lassen wir das.
Ja also kein Wunder, dass junge Menschen heute zunehmend verstört reagieren, wenn sie Sachen aus wertigem Material in die Hand bekommen. Schweissausbrüche, hilfesuchende Blicke und hektische Telefonate mit den Eltern sind da noch die harmloseren Begleiterscheinungen; auf der TACTICA hat so´n Jungspund vor Schreck geweint, als er feststellen mußte, wie schwer eine 28mm-Figur sein kann !
Dazukommt - nach meiner empirischen Erfahrung - dass immer weniger Menschen gelernt haben, dass Dinge auch fertig daherkommen können ! Möbel als Bastelware vom Schweden und Fernseher vom "Geiz-ist-geil", bei der man sich die Software erstmal downloaden muss, damit man DSDS gucken darf, sind nur die augenfälligsten Auswüchse.
Ich komm schon wieder völlig vom Thema ab...

Regel 3: Figurenbemalung

Ich geh´ mal davon aus, dass ihr Euch im Vorfeld schon Gedanken (id est: diese Sachen, die einem manchmal durch den Kopf flitzen) darüber gemacht habt, was ihr spielen bzw. anmalen wollt. Vielleicht hat die geistige Vorarbeit ja auch der nette junge Mann im Nottingham´schen Plastikramschladen für Euch erledigt.
Wie auch immer: Ihr habt jetzt Figuren.
Bei der Bemalung kann man nun seiner Phantasie freien Lauf...Achso Halt: Kann man normalerweise nicht. Der GW-Jünger muss sich sklavisch an die Vorgaben aus Nordengland halten, der historische Spieler sich eher an den geschichtlichen Gegebenheiten orientieren. Normalerweise...
Wir jedoch erheben uns, holen tief Luft und sagen mit fester Stimme:
"Ich bin ein freier Mensch und beuge mich keinem Zwang !", folglich werden die jüngst erworbenen römischen Legionäre in ein zartes Altrosa gehüllt.

Im Netz und in jedem Forum gibt es eine Vielzahl von Tipps&Tricks zur Figurenbemalung, Tutorials en masse und wer nur ahnt, welches das feuchte Ende des Pinseln ist, beglückt die halbe Welt mit seinen Schlaumeiereien.
Alles Quatsch !
Hier rasch in aller Kürze, weil Figurenbemalung eigentlich ein eigenes Thema darstellt: Je weniger Farben, desto gut !

Wer neben schwarz und weiss noch die drei Grundfarben besitzt (oder waren´s vier...Mann ist die Schule lange her), darf als gut ausgestattet gelten. Fortgeschrittene haben noch ein paar speziellere Töne auf Lager, aber im Allgemeinen mischt man bei Bedarf. Zusätzlich bedienen wir uns reichlich bei inks und washes (dünnflüssige Brühe, die in jede Ritze läuft. Praktisch, wenn man mal wieder ein bißchen in Eile war...).
Bei kleineren Maßstäben - also praktisch alles unterhalb GW-Niveau - bevorzugen wir kräftige Farben, damit man die kleinen Racker auf dem Tisch gut unterscheiden kann. Viel liest man auch von kräftigen Kontrasten, was aber zu Missverständnisse führen kann. Die perfekte Bemalung sieht so aus:


Mütze schwarz, Klamotten grün, Barthaare gelb. Wer viel im ÖPNV unterwegs ist, weiß, was ich meine...

Selbsternannte Experten reden Highlights das Wort, mißverstehen dabei aber die Wortbedeutung. Wenn Hertha beim Aufstieg die Hupen aus Düsseldorf auf dem entgegengesetzten Weg abklatscht, DAS ist ein Highlight !

"Opa, wie malst Du Gesichter ?" lautet eine stetig wiederkehrende Frage und die Antwort: Mit´m Pinsel natürlich ! Haha, lustig...
Gesichter malen ist eine der einfacheren Übungen, denn man braucht nur zwei Farben:
Zunächst den Grundton in gunmetal, danach kräftig mit silver drüberbürsten. Zum Abschluß reichlich army painter strong tone. Das Ergebnis kann sich sehen lassen:



Okay, Ihr habt jetzt Figurern bemalt, wie kann man sie dann effektvoll präsentieren ? Ein schwieriges Thema, welches zum besseren Verständnis ausführlicher behandelt werden sollte. Leider hab´ ich mich heute ein bißchen "verplauscht". Passiert schon mal. Ihr könnt Euch das ja vielleicht nicht so vorstellen, aber wir hatten früher nur zwei Holzfiguren. Wir waren ja sieben Kinder und mussten die also in sieben gleiche Teile teilen. Wir haben uns einfach Papis Säge geliehen und dabei ist eine Zacke rausgebrochen. Mann, haben wir Keile bekommen und mussten ihm Stall schlafen. Bei minus 56° ohne dicke Socken blasülzlaberschwätz...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen