Mittwoch, 22. Mai 2013

OPA HÜLFT ! Heute: Ich bau mir einen Blog...(Teil 3)

Hülfe...Hülfe...Opa ! Mein Freund hat vorgestern den ganzen Tag ununterbrochen Zinnfiguren bemalt. Als ich ihn angesprochen habe, ist er aufgestanden und wortlos gegangen. Seitdem hab ich ihn nicht wiedergesehen und weiß jetzt nicht, wie es weitergehen soll..."

klagt  Mandy-Danone P. aus F/O. Ganz einfach, liebe Mandy-Danone: Ich empfehle Dir, alle Figuren erst einmal mit einem Mattlack zu versehen, dass schützt sie vor mechanischen Einwirkungen. Danach würde ich sie mit einer geschmackvollen Base versehen, das wertet die Figur nochmals optisch auf.

Figuren richtig präsentieren

Wenn wir unsere Figuren bemalt haben, dann benutzen wir sie im Allgemeinen, um damit zu spielen. Der Eine oder Andere unter Euch wird sie aber auch in einem showcase zeigen wollen, wenn ihm die Bemalung gut gelungen ist bzw. er hat sie gleich von vornherein für ein Diorama vorgesehen.
Manch Einer fotografiert sie aber vorher und stellt sie ins Netz, damit Gleichgesinnte ihn lobhudeln können. Oder vernichten. Je nachdem...

Regel 4: Die Figur irgendwo draufstellen


Wir nennen das "basen", das kommt von englisch base und meint Standfuss. Logisch, soll ja nicht umkippen. Volksetymologisch wird das aber häufig auf Base, also Cousine bzw. Tante zurückgeführt, weil das meist die Person ist, die den ganzen Krempel bezahlt hat. Vorallem, wenn man 14 ist und wenn´s aus Nottingham kommt.
Die "base" kauft man entweder, wenn man irgendein hippes System spielt, dass das vorschreibt oder nimmt Unterlegscheiben, Pappe, MDF oder sonstewas. Die Oberpfiffigen nehmen 5-Cent-Stücke, weil sie meinen, das wäre die preiswerteste Variante. Seh´ ich anders, andererseits geb´ ich zu, dass sich dadurch der Wert so mancher Figur verfünffacht. Es gibt aber auch einen Dreck am Markt...
Das "basen" an sich ist weniger eine Kunst, als vielmehr ein Kult. Dementsprechend gibt es tausend Ideen und tausend Meinungen, aber nur Eure zählt im Zweifelsfalle.

Das Diorama

Diorama kommt aus dem Griechischen und heißt soviel wie Durchscheinbild. Aha.
Ist es ein kleines, dann nennt man es Vignette. So wie die Sosse, die man über den Salat giesst.

Spiele wie Impetus bieten an sich bereits aufgrund ihrer regeltechnisch vorgesehenen Basierung optimale Voraussetzungen, um die Figuren in Form eines Dioramas aufzubauen. Da wird oft genölt, "Ich kann mich an diese wandernden Felsen nicht gewöhnen !" Logisch, aber wenn der Gaul deines Kavalleristen für alle Ewigkeit auf der Hinterhand übers Feld hoppelt, ist das realistischer oder was ?!
Andere spielen nicht, sondern bauen grundsätzlich nur Dioramen mit ihren Figuren. Diese Menschen verdienen meinen allerhöchsten Respekt, weil ich das so schön altmodisch finde und weil viel Liebe drinsteckt. Menschen mit der Wahrnehmung eines Lurchs erkennen es nicht,weil die Figuren dabei nichts machen, außer...dazustehen. Die MTV-Generation kann sowieso garnix damit anfangen, wenn nichts zuckt oder kreischt und auch nach 30 Minuten draufstarren keine Werbeunterbrechung kommt.

Wer sich an einem Diorama versuchen will, sollte sich vorher gründlich überlegen Was er darstellen will. Oftmals hilft es, sich vor dem ersten Handschlag einen Namen dafür auszudenken; erfahrungsgemäß verwirft man dann schon ca. 50% seiner Ideen, weil...naja, braucht die Welt wirklich "Der Zenturio muss kacken" ?
Anderenfalls könnte es schnell passieren, dass die Vignette "SpaceMarine quält Kätzchen tot" für den hoffnungsvollen Jungwargamer beim jugendpsychatrischen Notdienst endet, das Diorama "Zwei SS-Männer feiern Weihnachten mit Rabbi Jacob" hingegen zeugt nicht nur von schlechter Recherche, sondern könnte auch staatliche Stellen zu einer kleinen Gesinnungsüberprüfung animieren.

Meiner Meinung nach empfiehlt es sich für den historischen Figurenmaler grundsätzlich, vor dem Malen und aufbauen, gründlich zu recherchieren, anderenfalls man den Napoleonikern (http://worldofwuttke.blogspot.de/2013/04/guide-welcher-wargamer-bist-du-teil-4.html) in die Hände fällt und dann setzt es was !

Regel 5: Figuren fotografieren 

Heikles Thema für den Opa...
Ich sag mal so: Ich weiss theoretisch wie es geht, aber wer mich mit einer Kamera hantieren sieht, verspürt zwangsläufig alsbald den Wunsch, sowohl den Notarzt als auch die Polizei zu rufen. Die Reihenfolge kann variieren...
Als Faustregel gilt:

Lieber ein schlechtes Foto, als gar kein Foto. Lieber gar kein Foto, als eines, auf dem die Figur mit Photoshop bearbeitet wurde !

Um mal zu zeigen, was ich meine, hier ein Ausschnitt aus meiner Wüstenplatte:






Und hier eine Base mit numidischer Kavallerie:





Und ein Schnappschuss vom letzten Zambwanaabend:



Na ? verstanden ?

Regel 6: Ins Netz stellen

Heutzutage kein Problem. Sollte man denken. Leider hat der liebe Gott die geistigen Gaben recht ungleichmäßig unter die Seinen verteilt:


Wo ihr Euren Blog erstellt, hängt im Wesentlichen von den Erwartungen und Anforderungen ab, die ihr habt.
Grundsätzlich ist es Euer Blog auf dem Ihr eure Vorstellungen umsetzen könnt. Wem es nicht paßt, der muß auch nicht kommen !

Zusammenfassung

Und zum Schluß mal alles zusammen oder wie ein Kollege dereinst so schön sagte:

"Und das ist die Zusammenfassung der Synopse !"

Hier eines meiner ersten Dioramen, die ich jemals gebaut habe. Ich nannte es "Nachtgefecht vor Savo Island" und zeigt den schweren Kreuzer HMAS Australia zwischen zwei Breitseiten. Brachte mir damals gute Kritiken in der Apothekenrundschau ein und einen Trostpreis bei "Müllsammeln - aber richtig".
Rechts im Hintergrund die Insel Savo, etwas nördlich von Cape Esperance. Die HMAS Australia habe ich im Tarnschema 7D bemalt. Das Modell ist im Maßstab 1:285.



Cool oder ?

So ich hoffe, ich konnte viele Fragen beantworten...
Beim nächsten Mal erfinden ich neue Eure Fragen, bis dann !

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