Donnerstag, 26. September 2013

Guide: Welcher Wargamer bist Du ? ------ Teil 7

Nächste Woche ist BeST !
Für alle auswärtigen Besucher wird es vielleicht schwer, einige örtliche Bräuche zu verstehen. Hier eine kleine Hilfestellung...


Ohne Mampf kein Kampf !
Eine Binsenweisheit, die auch 75.000 Jahre nach dem ersten Neanderthaler-Raid auf die Nachbarhöhle nichts an Wahrheit eingebüßt hat ( die Mieter der Höhle waren wahrscheinlich der "Mampf"...).
Ob man nun Tabletop auf der Filzmatte spielt oder auf aufwendig gestalteten Platten, die wenigsten unter den Zinneasten kämen auf die Idee, dabei auf ein kühles Getränk zu verzichten oder ein paar Paprikachips.
Es geht aber auch noch ganz anders...


Berliner Schule

Wer sehenden Auges durch meine Heimatstadt wandelt, wird feststellen, dass die meisten Menschen neben dem eigentlichen Herumlaufen überwiegend damit beschäftigt sind, entweder auf der Tastatur ihres Sabbelkastens herumzuklimpern oder ein Häppchen zu sich zu nehmen, wahlweise irgendeine Plörre zu schlürfen. Bei jüngeren Menschen überwiegt das Herumklimpern, bei der älteren Generation das zu-sich-nehmen, einen Plastikbecher Kaffeeersatz (geiles Wort!) oder Ami-Brause halten aber beide immer in ihren Pfoten. Die Fingerfertigsten unter ihnen machen beides gleichzeitig (das sind auch die, die am häufigsten totgefahren werden). Woran das liegt, weiss ich nicht, vielleicht hat das mit einer Art Kollektivgedächtnis zu tun, von wegen "Berliner Bockade", "Hungerwinter" undso: Immer essen, bevor der Russe kommt und alles dichtmacht.
Ich komm´ schon wieder völlig von Thema ab...

Natürlich kann man hier auch nicht spielen, ohne dabei mindestens ein halbes Schwein auf Toast zu verzehren. In anderen Städten am Main wird die eine Schule propagiert, der Berliner hält sich an seine eigene solche und bringt es auf den Punkt: Das Gesamtgewicht, der auf der Spielplatte befindlichen Figuren und Geländestücke im Quadrat, ergibt die dort zu verteilende Menge an Fresskram in Kilojoule ! Simpel...
Und so trägt es sich jeweils zu:

BoB-Multiplayer ist angesagt in der World-of-Wuttke, anwesend sind die üblichen Berliner Verdächtigen aus dem SW-Forum. Der Tisch ist aufgebaut, in der Küche ist das Buffet angerichtet, die Getränke sind gekühlt und die Spieler sind auch schon (fast) alle da. Einer hat abgesagt, will sich aber nicht lumpen lassen und bestellt für uns 2xPizza Tonno (mit Extrazwiebeln!) beim örtlichen Italiener. Vorbildlich !
Die Seiten sind gewählt, die Figuren aufgebaut und es geht los. Svenne kommt mit Verspätung, entschuldigt sich aber mit einem Monatsvorrat Haselnusstafeln von der schönen Bäckerin. Guter Mann !
Gleich zu Beginn schickt Olli seine Kavallerie auf einen gewagten Flankenritt, der sie in den nächsten beiden Runden durch den Salzstangenwald und die Kaffeelake führen wird. Kein Ding, Olli ist ein geschickter Stratege. Chris I weisse Artillerie beginnt den Beschuss der roten Infanterie von Chris II, die sich hinter einem angekauten Snickers in Stellung gebracht hat; kann er lange schiessen, Snickers sind immer +2 auf den Trefferwurf... Die anderen Probanden schieben ihre Figuren ebenfalls mehr oder weniger erfolgreich über die Platte, aber so recht will nichts gehen, weil die Würfel, bedingt durch die topographisch-gastronomischen Besonderheiten, zuweilen höchst fragwürdige Ergebnisse zeigen. Einer ist im Chili steckengeblieben und beide Kontrahenten streiten sich minutenlang, ob das ´ne 6 oder ´ne 2 ist. Nochmal würfeln wäre auch zu einfach...
Ich nutze die Gelegenheit und weihe Chris I - nach einem kräftigen Happen Hackepeterbrötchen - in meine Strategie ein: "Befiess ma ni Ftellung da hinnn, da fie if meime Imfamtri hinun ban ftürm if foa" Der macht natürlich etwas ganz anderes, was folgerichtig schief geht und ich bin sauer; was war denn daran nicht zu verstehen bitteschön ?!
Das Spiel verflacht zusehends und löst sich in kulinarische Einzelkämpfe auf. Ollis Kavallerieattacke ist an einer Haribotüte hängengeblieben und so gibt es wieder endlose Regeldiskussionen. Keine Frage Olli: Color-rado ist immer difficult terrain, selber Schuld !
Plötzlich gibt es einen kleinen Eklat: Irgendjemand hat einen Teller Karottenstifte und Paprikastreifen mit Yoghurtdip auf den Tisch gestellt. Kein Fett, kein Zucker...was soll der Scheiss `? Muß ich demnächst Taschenkontrollen machen, oder was ? Toro grinst, der weiss etwas und sieh an: Der alte Schlemihl hat das vegetabile Chaos ausgenutzt und einen T-34 unter seine Truppen gemischt. Wäre niemandem aufgefallen, hätte er nicht Gummibärchen als tankrider draufgesetzt...
Weil spielerisch heute wenig läuft, beschliessen Chris I und ich, die Orogenese des Erdingergebirges zu vollziehen. Gegen Mitternacht wird eine aussagekräftige Flaschenbatterie die Stabilität meines Tisches prüfen und mein Trüppchen Schützen für den Rest des Spiels isolieren. Hoppla...
Weil sich mittlerweile eine flauschige Hülle um die Welt gelegt hat, muß ich immer lachen und Flo unternimmt als Einziger ernsthafte Versuche, das Spiel zu reissen. Hektisch würfelnd fallen ihm immer wieder seine Erdnusslocken in die Stirn, aber Toro bastelt ein Haargummi aus Haribo-Schlangen und rettet die Situation fürs erste. Als dann Ollis zweite Kavallerieattacke mit einem satten "PLOFF" in einem massiven Marshmallowblock hängenbleibt, hat er die Faxen dicke. Naja, es ist eh´spät geworden und zu essen gibt´s auch nichts mehr. Flo und Olli wollen noch kurz zu McDo, Mahlzeit wünsch ich !

In zwei Wochen sind wir bei Toro. Da wird gegrillt und eingetrockneter Ketchup setzt sich immer so unangenehm auf den Figuren fest...

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