Dienstag, 5. November 2013

In her Majesty´s Name

Grüße allesamt !

Um meine aktuelle Victorian-Skirmish-Begeisterung voranzutreiben, habe ich mir nun auch das IHMN aus dem Osprey-Verlag zugelegt.
Heute gibt es kein Foto vom Buch und auch zur Qualität desselben kann ich herzlich wenig sagen...denn ich habe es mir als eBook direkt bei Osprey gekauft. Die Vorgeschichte ist wieder bizarr, wie könnte es bei Opa anders ein. Dereinst erhielt ich von meinen Kollegen u.a. einen Gutschein über 20€ einzulösen bei einer Buchhandlung, die sich nach der griechischen Muse der Unterhaltung und komischen Dichtung nennt. Ich sag mal so: Komisch ja, Unterhaltung eher nein.
Eigentlich wollt´ ichs gleich woanders erwerben, aber weil der Verein auf seinem Portal damit wirbt, dacht´ ich mir: "Mensch Opa, die Gelegenheit...". Welche ich nutzen wollte, denn wirklich viel bietet mir persönlich dieser Laden nicht. Das ein Exemplar im Laden vorhanden sei, glaubte ich eh nicht, also bestellen...jedoch: der Verkäufer gab sich eher kryptisch: "Mmmmh...ham wa nich....ööööh, is ja aus England....eieiei, ob es das noch gibt...puuuuh, kann zwei Wochen, drei vielleicht dauern, den Rest ihres Lebens unter Umständen...uffff". Okay, so lockt man Kunden in den Laden, aber warum listen sie es auf ihrer Bestellseite, wenn...naja, was solls.
Beim Download auf der Osprey-Seite gab´s dann irgendwie Probleme, ich brech´ also vorsichtshalber ab, aber trotzdem...blasülzlaber

Komme vom Thema ab:

Das eBook besticht durch die Beschränkung aufs Wesentliche. Klares Layout, keine Schnörkel, Tabellen jeweils blau unterlegt, einige Zeichnungen und viele Fotos von schön bemalten Figuren. Das wars...

Die Hintergrundgeschichte bildet ein 19. Jahrhundert, in dem historische Ereignisse nicht ganz so abgelaufen sind, wie wir sie kennen und in dem die victorian science fröhliche Urstände feiert.

Die Regeln sind wieder einfach, ohne viel Schnörkel, das Augenmerk liegt auf dem Wesentlichen: Umboxen des Gegners. Zum Spielen wird der D10 verwendet, die Charaktere haben einige grundlegende Attribute und einige Skills. Keine Überraschungen im Bereich Bewegung, Terrain usw., der Zug zerfällt in Initiativ-, Bewegungs-, Fern- und Nahkampfphase.
Um im Fern- oder Nahkampf erfolgreich zu sein, wird gewürfelt, der jeweilige shooting/fighting-value wird addiert plus zusätzliche Modifikatoren für Gelände und Bewegung und dann...ja dann wird der erzielte Wert mit dem Rüstungswert (jede Jacke, jeder Panzer etc. hat einen solchen) des Opfers verglichen und im Falle eines Gleichstands, hat es den Unglücklichen bereits ausgeknockt. Liegt der Wurf gar höher, dann ist die Figur aus dem Spiel. Hoppla, klingt wie ein Spiel für Opa, den Hektiker im unbedacht-nach-vorne-stürmen.

Natürlich gibt es auch sogenannte mystical powers, die aber ohne viel Faxen jeweils handfeste Ergebnisse zeitigen; Dinge also, die man im Kampf benötigt (Giftattacken, Verbesserungen des Fern- oder Nahkampfs, Erhöhung des Rüstungswerts).

An Waffen und Ausrüstung gibt es eine bunte Auswahl mit einigem Gewicht auf die victorian science; alles funktioniert irgendwie mit Dampf oder mit elektrischem Strom, ja es gibt sogar dampfgetriebene Walker (yeah!).

Eine große Auswahl bieten die zur Verfügung stehenden Fraktionen und Szenarien, jeweils zehn. Dazu kommen einige Szenariobesonderheiten (Erdbeben, Nebel etc.).
Die Fraktionen sind teils ausgearbeitet, wie z.B. die servants of Ra oder die Thule-Gesellschaft, andere sind knapp umrissen, wie die Wild West-show oder die Fremdenlegion oder gar nur angedeutet, wie die brick lane commune.

Es werden zehn Örtlichkeiten aufgezählt, an denen die jeweiligen Auseinandersetzungen stattfinden. darunter sind Allgemeinplaätze wie Strassen bei Tag und Nacht, ein Park aber auch z.B. die Docks und sogar die Dächer der Stadt, stellen eine trefflichle Örtlichkeit zum Kämpfen dar (interessante Platten tauchen da vor meinem geistigen Auge auf...).

Einige (sehr kleine) Anregungen für eine Kampagnengestaltung sind vorhanden.

Fazit:

Die Regeln gibt es für vergleichsweise schmales Geld und wer keinen Wert auf hochwertige Aufmachung legt und auf Fluff und Drunherum und ausgefeilte Hintergrundstory verzichten kann, ist gut bedient.
Das Ganze ist in meinen Augen sehr hardwarelastig und geht schon mehr in Richtung Steampunk; ein mystischer oder übernatürlicher Hintergrund ist nur andeutungsweise vorhanden, lässt sich aber mühelos ausbauen. Ein Vorteil übrigens, weil sich die Spieler die Richtung, die sie mögen selbst aufschneidern können.
Die große Auswahl an Fraktionen gibt auch die Möglichkeit in fernen Ländern und Kolonien gegen einheimische Gangs anzutreten.
Ein dicker Minuspunkt sind die rudimentären Kampagnenregeln; da muss man wohl oder übel selbst ran. Etwas mehr hätte es von Hause aus schon sein dürfen.

Insgesamt gefällts mir und ich will es unbedingt auch spielen...Tong z.b....ich habe nämlich noch gar keine Chinesen *grins*

Kommentare:

  1. Das klingt nicht schlecht. Ich hab ja schon früher ein Auge drauf geworfen, wegen Mangels an Relevanz zu bisherigen Projekten dann aber doch verworfen. Vielleicht sollte ich doch zumindest mal ein Auge riskieren... teuer ist der Download ja nun wirklich nicht.

    AntwortenLöschen
  2. Du willst mir doch nicht erzählen, dass dir bei den Kampagnenregeln nicht selbst was einfällt! Ansonsten wünsch ich dir viel Glück und Erfolg im Vicky-Zeitalter ;-D

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Aber Du weißt doch: Ich bin ab-so-lut fantasielos :)

      Löschen
  3. Das ist mal gar nicht mein Setting, aber ich lasse mich gerne von Dir inspirieren. :-)

    AntwortenLöschen
  4. Na siehste Opa!
    Hat ja dann doch gar nicht so lange gedauert bis nämliches Machwerk Einzug in deine Gehirnwindungen gefunden hat. Natürlich schreit das buchstäblich nach Eigenkreation von Banden und Kampagnen, weshalb mein (zugegebenermaßen langweiliger, infantiler und klischeebehafteter) Einfall eines Gentlemen-Clubs mit sportlichen Ambitionen, fast augenblicklich von der Idee einer buntzusammengewürfelten Tingeltangeltruppe eines damaligen Varietés (oder auch plump amerikanisch als Freakshow bezeichnet) abgelöst wurde und inzwischen eine Voodoopriesterin nebst Zombieschergen auf den Spieltisch drängt...
    Die Mystical Powers und merkwürdigeren Protagonisten lassen sich übrigens genau wie der Rest an Fähigkeiten mittels eines sehr eingängigen und simplen Punktetabellensystems definieren.

    Michi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. In Sachen Eigenkreationen der Banden bist Du deutlich voraus und das ist meine ich der Vorteil von IHMN ggü . EOTD: Der Hintergrund ist bei letzterem schon sehr definiert, da findet man bei IHMN eine schöne Spielwiese vor...

      Löschen