Mittwoch, 22. Januar 2014

Das Reich der Mitte und die aufgehende Sonne (1) - China and the Rising Sun (I)


China in den 30er Jahren 


Wie angedroht, werde ich Euch auch im neuen Jahr mit neuen Projekten beglücken und unausgegorenem Quatsch quälen.
Nach sorgfältigen Abwägen der Tatsachen (keine Lust olle Philister zu pinseln, weitestgehende Ideenlosigkeit in Sachen Near-Future-Projekt) wende ich mich nunmehr nach Osten, wo Japaner, Kommunisten, Kuomintang und Warlords sich um das Reich der Mitte schlagen.

Aus deutscher Sicht besteht die Welt der 30er Jahre im Wesentlichen aus Nazideutschland. Punkt.
(Na gut, der Zeitraum 1930-1940 müsste eigentlich mit "40er Jahre" betitelt werden, da hält sich heutzutage aber eh´ kein Schwein mehr dran...).
Dennoch ist auch im Rest der Welt, speziell in China allerhand passiert. Das weiß hierzulande aber niemand, außer er hat den deutschen Spielfilm "John Rabe" gesehen. Da geht´s nämlich um die Eroberung Nankings durch die Japaner 1937, im angelsächsischen Sprachraum treffender als "Rape of Nanking" bezeichnet.
Zu der Zeit, als dieser Film spielt, engagiert sich ein ultranationalistisch und militaristisches Japan schon seit fast sieben Jahren aktiv in China und die Kwantung-Armee schaltet und waltet ohne jedwede parlamentarische Kontrolle. China, nach 20 Jahren Bürgerkrieg eine in jeder Hinsicht zutiefst rückständige Nation, muß 1931, nach einem von den Japaner inszenierten Zwischenfall, die Besetzung der Mandschurei hinnehmen, in der letztere mit Manchukuo einen Marionettenstaat unter der nominellen Führung des "Letzten Kaisers" Pu-Yi installieren. Durch diesen Erfolg beflügelt und ermutigt durch die Auseinandersetzungen zwischen den chinesichen Nationalisten und Kommunisten, greift Japan immer weiter aus, besetzt weitere Teile Chinas und provoziert immer neue Auseinandersetzungen.
Nach einem (vermutlich erneut inszenierten) Zwischenfall an der Marco-Polo-Brücke eskaliert die Auseinandersetzung in einen offenen Krieg, freilich ohne das dieser jemals von einer der beiden Seiten offiziell erklärt wird. Schließlich mündet der Konflikt 1941 in den 2. Weltkrieg.

Als Einleitung soll das genügen. Wer mehr über dieses unübersichtliche und sperrige Thema wissen will, sollte im Internet googlen oder sich mit der (zumindest im deutschen Sprachraum) spärlichen Literatur begnügen.

Was wird gemacht ?

Weil ich natürlich spielen will, muß ich notgedrungen wohl beide/mehrere der beteiligten Parteien stellen, weil ich hier sonst wieder niemanden zum Spielen finde. Mittlerweile ist das in Berlin schon fast "alte Schule" geworden. Mit meinem Pazifik-Projekt bin ich mit dieser Vorgehensweise ja auch gut gefahren.
Letztlich kann ich mir zumindest eine Seite schon sparen, denn die Japaner sind ja spielfertig. Bleiben also die Chinesen und da geht es gleich ans Eingemachte:
Mit den Nationalisten und den Kommunisten gibt es zwei Fraktionen, die - wenn sie sich nicht gegenseitig bekämpft haben - mehr oder weniger gemeinsam gegen die Japaner vorgegangen sind.
Spricht man von Nationalisten, dann meint man im engeren Sinne die Kuomintag, also die chinesische Nationalpartei, im weiteren Sinne aber alle Nichtkommunisten. Außerhalb Nankings, speziell in den entlegeneren Teilen Chinas, war der Einfluß der Kuomintang gering und beschränkte sich auf die Anerkennung der Führungsrolle Chiang Kai-sheks. Offiziell schon 1928 ausgeschaltet, spielten Warlords und örtliche Größen jedoch noch immer ihre eigene Rolle. Die hoffnungslos rückständigen und schwachen chinesischen Streitkräfte und der Versuch ihrer Modernisierung durch Chiang Kai-shek offerieren die Möglichkeit ein buntes Sammelsurium an Truppen auf dem Spieltisch zu vereinen: Panzer, Fahrzeuge, Infanterie, Kavallerie und - da schaun mer mal - das eine oder andere "etwas gewagtere" Element. Ein bißchen Pulp schadet schließlich nie...

Dankenswerterweise bietet mein favoritisiertes Victory Decision gleich die passenden Armeelisten, die mit ein wenig Mühe auch für andere Regelwerke adaptiert werden können.

Ich spare mir und Euch diesmal allerdings WiP´s und versuche das Ganze, zugunsten der Übersichtlichkeit, in gestraffter Form darzustellen.
Natürlich benötige ich auch wieder passendes Gelände, prima Gelegenheit für ein paar Bastelorgien.
Es wird sich also insgesamt etwas hinziehen...

China during the 30´s

As mentioned one of my this-years-project will be the sino-japanese war and due to some circumstances I am willing to start with this topic.

From a german point of view the 30´s mean Nazi-germany. That´s it.
(To be correct we have to say: 40 ´s, but who cares ?!)
But in faraway countries all kind of things happen and so it does in China. Round here nobody knows unless one had seen "John Rabe", a german movie addressing the so called "Rape of Nanking".
Back then a ultra-nationalistic and militaristic Japan was engaged for more then seven years in china and the Kwantung-army without control from the japanese government was able to do as it pleases. After 20 years of civil war and at all points underdeveloped China had to face the japanese invasion of manchuria after a staged incident and the installation of a puppet regime under "The last emperor" Pu-Yi.
Quickened by this and encouraged from the endless quarrels between nationalists and communists Japan occupied further territories and provoked more incidents. After another (probably also staged) incident near Marco-Polo-Bridge the fighting escalated into a war which however never had been declared at all.
Finally it became part of WorldWar II.

Enough on the background for now, if someone wants to get deeper into the topic the web provides many information additionally to the (in germany somewhat meager) literature.


What´s coming up ?

Since I´ve already finished my japanese army there is only the chinese faction left. "Only" is an euphemism however, because with the nationalists and the communists there are another two factions to work on.
Nationalists are the Kuomindang under Chiang Kai-shek but nationalist in a wider meaning is every chinese who is not a communists. Outside Nanking the influence of the Kuomintang decreased and in remote parts of China local powers and warlords still possessed some influence.
The hopelesly weak and underdeveloped chinese army and the desperate efforts to increase their combat strenght give nice opportunities to rally some interesting troops on the table. Tanks, vehicles, infantry, cavalry and - let´s wait and see - some stranger kind of troops because a little bit of pulp always adds zest to the game...

Victory Decision already offers the essential lists adaptable for other rules with minor efforts.

There will be no WiP´s this time.
Again I need some terrain, a nice oppoertunity for some sprees of bricolage.

The matter will protract for some time...

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Na gut: Ein paar WiP-Bilder gibt es doch. Aber das sind dann die letzten...
Finally at least some WiP-Pic´s virtually a little teaser...





Kommentare:

  1. Ein Nischenthema, aber was für eins! Ich sag nur: heiß, heiß, heiß! Asien hat wirklich einiges zu bieten, gerade in diesen Konflikten, die nicht nur daraus bestehen, dass Amis mit allem, was sie haben, Inseln beschießen um dann da zu landen. Habe letztens eine Doku über die Eroberung Britisch-Malayas durch die Japaner gesehen. Wäre auch ein netter Nebenschauplatz. Vielleicht sollte ich mal passende Briten bestellen :D
    Btw: Sehe ich da ein Sd.Kfz. 222?!

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    1. Briten gibt´s erst wieder in Burma. Aber teilweise wurde auch britisches Equipment von den Chinesen genutzt. Und ja: Es ist ein 222. Die Tarnung ist aber falsch; ein panzergrau hätte gereicht.

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  2. Na, das nenne ich mal ausgefallen! Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich keinerlei Ahnung von der Thematik habe, bin aber durchaus bereit mich hier überraschen zu lassen. Die WIP-Bilder lassen ja nur wieder das Beste erwarten. Von welchem Hersteller sind denn die Chinesen auf dem ersten Bild?

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    1. Die "Chinesen" auf Bild 1 sind Deutsche aus dem 1.Weltkrieg von Revell, auf den anderen Bildern sind Caesar Minis zu sehen. Das wird insgesamt ein echtes Sammelsurium werden...so wie bei den Vorbildern :)

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  3. Na, das ist ja ein ganz ordentlicher Ansatz für 2014, auch wenn ich bezüglich des Themas genauso blank bin wie Nick. Aber du hast ja bereits in Deiner Einleitung geschrieben, dass hierzulande kaum einer was davon weiß, weil unser Fokus nach wie vor allabendlich durch das Fernsehen auf das zeitgenössische Geschehen jener Epoche im eigenen Land gerichtet wird. Da haben wir uns also nichts vorzuwerfen und sind dankbar für Opa Wuttkes Geschichtslektionen, die in jener unnachahmlichen Weise keiner sonst zu vermitteln im Stande wäre.
    Ich bin schon sehr gespannt wie es weitergeht, aber ich vermisse die Contenance bei den viktorianischen Bemühungen in Richtung EOTD und IHMN ein bisschen. Was soll´s - mein eigenes erstes Projekt für 2014 ist schließlich auch nur eins, mit dem ich im Dezember 2011 aufgehört hatte...

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    1. ööööhm....IHMN...EOTD...natürlich nicht vom Tisch - also vom tabletop - verschwunden, nur ein wenig, sagen wir mal: unter die Tischdecke gerutscht. Aber ich mache zwischenzeitlich weiter...ich schwör´!

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