Freitag, 13. Mai 2016

Der Tabletopstaat in Deutschland. Droht uns eine...äh...Gefahr aus dem...äh...Hobbykeller ?

Guten Morgen !

Kaum bin ich zwei Wochen im Ausland, schon versuchen sich ein paar Mitglieder aus meinem Berliner Tabletopclub "Dice Knights" in Sarkasmus. Dass das zum Scheitern verurteilt sein musste, stand eigentlich fest, weil die erste Adresse für Sarkasmus im deutschen Tabletop nun mal nach wie vor Opas Blog ist.
Aber gut. Jeder wie er will. Und so geschah es dann...

Vorweg: Es geht um einen PodCast, der zwischenzeitlich nicht mehr abrufbar ist.
Dies hauptsächlich deshalb, weil er enorme Wellen im SW-Forum geschlagen hat.
Please watch this:

Ausgangsthread der Podcaster

Und hier die Reaktionen der Süßwasserbewohner:

Reaktion eines Forumsmitgliedes und die Reaktionen der anderen auf jene Reaktion

Hilfe, wie geht es jetzt weiter ?

Merzt die DK-Brut mit Stumpf und Stiel aus ! Forderung eines besorgten Wargamers gegen die Radikalisierung des Wargamings

Ich habe mir den - ziemlich langen - PodCast heute früh endlich auch angehört.
...
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Jooo !
Anstrengend.
Ich habe keine Zeit und kein Interesse mir jetzt Einzelpunkte herauszupicken und drauf einzugehen, dazu sind es einfach zu viele. Einzelpunkte. Ungeordnet. Unstrukturiert.
Ich gehe die Aufarbeitung auch von der metaphysischen Ebene an:

1.

Hisichtlich der zu erörtenden Themen, incl. der sich aufdrängenden Themenvielfalt muss - und das sei an dieser Stelle explizit herausgestellt - schon im Vorfeld, wenn man sich denn auf eine derart komplexe inhaltlich kontroverse Diskussion denn überhaupt einlassen will, mit Bedacht, um an dieser Stelle die vier Säulen des Tabletop überhaupt angemessen präsentieren zu können, eine der Themenvielfalt angemessene Präsentationsform - in diesem Falle ein PodCast, gewissermassen ein Gesprächsmitschnitt, ein Gedankenstrom quasi - gewählt werden, der, und ich sage das an dieser Stelle ganz provozierend, einen pozentiellen Zuhörer - auch und insbesondere, wenn er behindert ist oder vielleicht auch nicht die Zeit oder andere Ressourcen zur Verfügung stehen hat - in die Lage versetzt, der sich zwischen den PodCastern zwangsläufig entwickelnden verbalen Auseinandersetzung, ohne Schwierigkeiten Folge leisten zu können, weshalb nicht nur ein im Vorfeld zu erstellender "roter Faden" - das muss nicht in digitalisierter Form geschehen, sondern kann ganz traditionell, um einmal den in Wargamerkreisen so häufig verwendeten Begriff "old school" zu vermeiden, auf Papier geschehen (ein Flipboard böte sich hier an) - erforderlich ist, einfach weil er eine hochgradig geeignete Hilfestellung bietet, einen PodCast, der ja immerhin mehr oder weniger Live über die Bühne geht, zu strukturieren, in verständliche und klar voneinander zu trennende Themenbereich teilt, um es dem potentiellen Zuhörer, ich erwähnte ihn bereits eingangs, dergestalt zu ermöglichen, der Aufzeichnung (id est: PodCast) zu folgen, ohne sich dabei wiederkehrend in schier endlosen Satzwürmer oder - und das ist noch viel schlimmer - in den heutzutage epidemisch um sich greifenden Worthülsen und Satzbatzen zu verlieren.

2.

Die implizit geforderte Reglementierung des Deutschen Tabletopmarktes bedarf einer soliden gesetzlichen Grundlage. Es kann fürderhin nicht angehen, dass unkontrolliert (zugegeben: von der bundesdeutschen Öffentlichkeit auch unbeachtet) selbstgebastelte und womöglich noch mit Farbe versehene Miniaturmodelle teils fragwürdiger Qualität ins Internet eingestellt werden, wo sie von - unter Umständen noch sehr jungen - Hobbyanfängern rezipiert und in Unkenntnis des einzig wahren
Ideals nachgeahmt werden.
Es ist daher unerläßlich (Stufe I)
  • die Einführung verbindlicher Sammel-, Bastel- und Bemalanleitungen, insbesondere in Hinblick auf Modellauswahl, Farbauswahl und Kontrastierung ("Fünf-Säulen-Theorie")
  • die Einführung und Umsetzung einer Gesundheitsprüfung für angehende Wargamer
  • Einführung eines Figurenführerscheins (Kl1. Sammler, Kl.2 Sammler und Gelegenheitsmaler, Kl.3 Spieler etc)
  • Einrichtung verbindlicher Geschmacksvorstellungen 
  • Einrichtung staatlicher Stellen auf Landesebene unter Vorbehalt einer Bundesrahmengesetzgebung
  • Möglichkeiten zu schaffen, Zuwiderhandlungen in geeigneter Form strafrechtlich zu verfolgen
Gefahrenabwehrend (Stufe II) sind erforderlich
  • Zugangskontrollen zu sogenannten "Hobbyläden" und szenetypischer Conventions
  • Aufklärungskampagnen zur richtigen Figurenbemalung an Schulen und in Kindertagesstätten zur Vermeidung entarteten Hobbytums 
  • Schulungsangebote (Richtigsprech im Tabletop - RiTT u.a.)
  • Einrichtung sog. Onanierräume auf  Veranstaltungen (Stichwort: besonders geil und einzig richtig bemalte Miniaturen)
  • Einführung einfacher Bilderfassungsgeräte mit voreingestellten (begrenzten) Aufnahmemodi, sog. IdiotenCams zur Vermeidung beschissener Fotos

3.

Begriffsbestimmungen

Wargamer
Mensch, der sich abseits gesellschaftlichen Mainstreams anerkannter und akzeptierter Freizeitgestaltung hingibt. Häufig verbunden mit der imaginierten Tötung einzelner Menschen oder größerer Gruppen, die durch kleine Figürchen dargestellt werden; sinnverwandt auch: Tabletop (Achtung: Wortpuristen)

Wargame
- Spielerische Umsetzung mehr oder weniger ritualisierter Tötungshandlungen auf definiertem
  Spielfeld unter Zuhilfenahme mehr oder weniger detaillierter Regeln.

Kritik 
- [fachmännisch] prüfende Beurteilung und deren Äußerung in entsprechenden Worten;
- kritische Beurteilung, Besprechung einer künstlerischen Leistung, eines Werkes

Geschmack 
- Empfindung von Menschen bei der Nahrungsaufnahme über den Mund;
- Gesamtheit der individuellen Vorlieben
- Nicht meiner

Scheiße 
- Kot, Fäkalien, Stoffwechselprodukt (derb),
- etwas sehr Unerfreuliches, sehr Schlechtes (derb)
- Ausscheidung erfolgt i.d.R. über den Mastdarm, in seltenen Fällen über den Mund

Szene
- hier: charakteristischer Bereich für bestimmte Aktivitäten;
- zusammenfassend für: alle wargamer 

Entwicklung
- hier: Ausbau, Entfaltung
- da, wo man hin will (dynamischer Begriff) oder hier: auf keinen Fall hin will .

Arschfick
- Variante der Ausübung des Geschlechtsverkehrs;
- hier: Zustand des Hörers nach 1:10:21

4.

Diskussionen sind wichtig.
Auch im Hobby.
Damit mehr Zeit fürs Hobby übrig ist, kann man sich erklären lassen, worum sich eine spezifische Diskussion gerade dreht. Dann kann man ohne große Einsteigshürden gleich munter mitplaudern.

5.

Ich bin Mitglied bei den DiceKnights.
Bitte verurteilt mich pauschal für diesen einen Umstand.
Danke !

*Ironie off*

6.

Es gibt Anlässe, bei denen mir in Erinnerung gerufen wird, warum ich diesen Blog betreibe.
Dies ist einer.
Ich freu mich, dass ich meine minderwertigen Bastel- und Malergebnisse nebst erbärmlich zusammengestückelter Prosa hier so lang und so häufig einstellen kann, wie ich will.
Ich kann hier sogar die Kommantarfunktion abschalten.
Ich will niemanden bekehren, noch jemandem vorschreiben, wie er seine Freizeit füllt (selbst wenn es so bizarr anmutet wie bei Napoleonikern...).
Ich begrüsse es anderseits, in einem Land zu leben, in dem ich - wenn ich denn möchte - bizarre, abwegige, provokative, böse Meinungen äußern darf.
Ich begrüsse es darüberhinaus, wenn sich jemand für selbige gegebenenfalls verantwortet bzw. zu verantworten weiss.
Ich kann nachvollziehen, wenn sich ein Mensch von einer anderen Meinung abgestossen oder beleidigt fühlt.

7.


Zusammenfassend betrachtet stellt sich die Situationfür mich so dar:
Als bewußte Provokation anfangs mit Abstrichen gut, wenngleich man es strukturell hätte besser machen können. Rückblickend betrachtet fand ich die erste Reaktion auf die eingehende Kritik im SW sogar um Längen besser als den PC selbst. Das war witzig ! Das hatte was...
Als Beitrag für das Hobby ist der PC aber ein echter Bärendienst.
Dachte ich in den ersten 10 Minuten noch "Nicht schlecht, subversiv, drastisch", war mir nach 20 Minuten klar "Opa, die Mauljucker meinen das ernst !"


Ich weiß nicht wozu das alles dienen sollte. Es wurde niemandem geholfen und die philosophischen Betrachtungen fallen ohne Erkenntnisgewinn aus. Dass es Leute gibt, die weder malen, noch fotografieren können ist offensichtlich, macht man auch nur ein x-beliebiges Forum auf oder wühlt sich durch themenspezifische Blogs.
Beispiel: Allein soviel Chuzpe zu besitzen, darüber befinden zu wollen, ob jemand sein Geklebe und Gekrakel bildlich ins Netz stellen darf, ist hirnrissig. Lasse man ihn doch, die passende Antwort wird er bekommen. Und wenn nicht ist es auch Banane, die Welt geht davon nicht unter. Oder wird davon die eigene Bemalkunst geschmälert ? Liegt´s vielleicht am Selbstvertrauen in die eigene ? Keine Ahnung, ich kann´s nicht nachvollziehen...

Traurig aber oder um nicht zu sagen tragisch, ist der Umstand, dass durch nachlässige Wortwahl hier ein Geschmäckle entstanden ist. Dass keiner der podcastenden Labertaschen explizit über eine behindertenfeindliche Einstellung verfügt, ist mir klar (aber nur weil ich Euch kenne), dürfte aber dem Zuhörer (der Euch nicht kennt) übel aufstossen, wenn er es in den falschen Hals bekommt. Und so kann ich die Reaktion von LV nachvollziehen; ich hätte wahrscheinlich in seiner Lage genauso reagiert.
Und das ist vorwerfbar, denn wie heisst´s so schön im Kommunikationsmodell: "Der Empfänger hat immer Recht".

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