Mittwoch, 3. August 2016

Opa muss reisen...nach Namibia (1)




Als wir vor zweieinhalb Jahren bei einem Bekannten Bilder aus Namibia gesehen haben und den Berichten aus Namibia lauschen durften, war für uns klar: Da müssen wir hin !
Meine Kenntnisse über Afrika beschränkten sich einerseits aufs Fernsehen bis zurück in die frühkindliche Phase (Sielmann, Grzimek und Daktari), heutzutage auf Zambwana andererseits.
Zeit für ein Update.
Gesagt, getan und vom Reiseveranstalter unseres Vertrauens eine passende Tour zusammengestellt. Schon hatten wir etwas gelernt: Namibia bleibt vom Massentourismus weitgehend verschont und daher ist die Zahl der Unterkünfte vergleichsweise beschränkt.
Nächster Punkt: Namibia ist groß, gut zweimal so groß wie Deutschland, bei gerade einmal knapp unter 3 Millionen Einwohnern. Das sind weniger als in meiner Heimatstadt Berlin.
Also würde es eine Rundreise werden, eine Reise-Reise quasi.
Gerne hätte ich (Frau Wuttke sowieso) auch etwas naturnäher gebucht, aber für den Anfang schien etwas Komfortableres wünschenswert. Wer weiss, nachher stünden wir dort in der Wüste, müßten im Zelt schlafen und den Wüstensand selbst harken, während Schlange, Skorpion und Ameise sich im Schlafsack kuschelten und Freund Löwe den im Freien Kackenden schon mal Maß nahm.Vielleicht too much auf nüchternen Magen, also einigten wir uns auf Lodges der eher gehobenen Klasse. Ach ja: wir waren zu Viert, Traveller 3 und 4 waren für Outdoorexperiences ohnehin nicht zu haben...

Müssig zu erwähnen, dass mir deutsche Kolonialgeschichte mit allen Tiefen und Untiefen im Überblick bekannt ist. Und so würde die Reise in dieser Hinsicht vielleicht sogar lehrreich sein.

Nachdem die Route feststand, wurden rasch Zubringerflug nach Frankfurt (von dort bedient Air Namibia die Hauptstadt Windhoek direkt) und natürlich das Auto vorab gebucht. 4x4 mit reichlich Platz dünkte uns ausreichend, denn wir mußten gute 3500 km zurücklegen. Und das nicht auf einer deutschen Autobahn, dachten wir uns. Welch Überraschung in Sachen Autofahren sollte unser noch harren...

Am 23.04.2016 bestiegen wir den Flug SW 0286 und dann ging es los.
Der Flug verlief recht angenehm und verging vergleichsweise schnell. Na gut, ich habe zweieinhalb Filme gesehen und ehrlich gesagt wenig geschlafen. Ich hatte meine Ohropax nicht dabei und es war scheisselaut im Flieger. Aber dank großzügig ausgeschenkter Alcoholica der freundlichen Stewards (only boys on the flight !) nickerte ich schließlich doch noch drei Stündchen.

Gegen 5 Uhr früh am 24.04.2016 landeten wir im Stockdunkel auf dem Internationalen Flughafen Hosea Kuteo der Hauptstadt Windhoek. Kein Protzgebäude. Keine Flugzeuge. Dafür viel Platz. Das mit dem Platz sollte bis zur Abreise auch so bleiben.
Im Terminal war es noch recht verschlafen. Die Anzeigetafel verkündete 13 Flüge zwischen 0500 und 1600 Uhr. An- und Abflüge ! Wahrlich: Namibia ist ein weltabgeschiedenes Land.

Nein, der kommt nicht aus Zambwana...
Während in Tarnfleck gewandete Männer der Marke "Shoot on sight" am diesbezüglichen Schalter ungeduldig auf die Ausgabe der Grosskalibrigen warteten, tauschten wir Geld (1€:16ND=Namibiadollar) und erhielten eine vorbildliche Einweisung in die Geheimnisse namibischen Strassenverkehrs bei AVIS. Dann ging es los.

Die Sonne ging auf und überall war Landschaft. Kaum Menschen auf der Strasse und alles war anders, ganz anders als bei uns und als ich mir das vorgestellt hatte sowieso.
Nach 20 Minuten Spaß mit Armaturenbrett und Scheibenwischer fuhren wir wirklich los in Richtung Windhoek. Das lag auf dem Weg zur ersten Etappe und tanken mußten wir eh.
Heissa.

Aber wie genau würde es sein ? Spricht das halbe Land noch immer Deutsch ? Litt das Land noch immer unter den Folgen von 70 Jahren Apartheid ? Will der Namibier den Reisenden aus dem fernen Europa überhaupt sehen ? Wie ist das Essen, werde ich Tiere sehen oder ist alles nur ein großes Tropical Island ? Würde die Fahrt durch die Namib ein Höllentrip werden und stehen an jeder Ecke und unter jedem Baum Männer mit bunten Mützen und schwatzen mir Rolex und Guccitaschen auf ?

Opa war bereit für das große Abenteuer.

In Teil 2:
- Opa hat Platz
- Schöner Wohnen in Afrika

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