Sonntag, 7. August 2016

Opa muss reisen...nach Namibia (2)


Windhoek am Sonntag ist spannend wie Klein-Knüppersbusch während des sonntäglichen Gottesdienstes.
Nur wärmer.

Beim Tanken warnte uns die freundliche Dame hinter der Kasse vor den beiden Lurchen, die draussen ums Auto schlichen und stets ein waches Auge auf den dortigen Geldautomaten hatten.
Die beiden gehörten zur Kategorie "Schlitzohr-welches-gerne Touristen-beklaut". Bei näherer Betrachtung hatten die auch gar kein Auto dabei. Einen Kanister auch nicht. Ach so. Hätte man selbst sehen können...
Das war die erste Lektion: Das Auto innen und aussen staubfrei, die Insassen praktisch käseweiss. Die müssen frisch sein. Opfer.
Spaß beiseite, natürlich ist der Reisende - wie in jedem Land - gut beraten nicht immer zu zeigen, dass er ein solcher ist. Verbergen kann er es letztlich nicht, aber man muß es auch nicht heraushängen lassen. Und ja richtig: Auch in Namibia gibt es Schurken !
Ohne Zwischenfall ging es weiter in Richtung Goche Ganas unserer ersten Station. Eine Lodge
südlich von Windhoek.

Ein gelungener Einstieg: Kurze Strecke, sodaß man sich langsam an Linksverkehr und Fahrweise gewöhnen kann (also eigentlich war alles spiegelverkehrt im Auto...Blinker = Scheibenwischer usw) und am Ende eine herrliche Lodge.
Der erste Tag hat uns Tiere nur aus der Ferne beschert, weil wir herumgelaufen sind, als hätten wir Hupen unter den Schuhsohlen und sachdienliche Hinweise an die Mitreisenden erfolgten mit mindestens 100db.  
Da !....Ein Kudu !!!! *staubwolk* OH ! Warum isser weggerannt ?
Wir haben es ziemlich schnell begriffen...
Ja richtig. Auf manchen Lodges  konnte man zu Fuß herumlaufen. Keine Löwen, keine Leoparden.
In anderen Ressorts durftest Du das Auto nicht verlassen.
Es gibt auch Lodges, in denen man vom Fachpersonal mit Flinte in die Unterkunft begleitet wird und in denen es untersagt ist, Nachts das Haus zu verlassen.
Nachvollziehbar, wenn Löwen oder Elefanten dort frei umherstreifen.

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Exkurs: Was ist eine Lodge


Okonjima
Lodge meint im Englischen "Hütte", aber auch "Herberge" oder "Jagdhaus". Mit letzterem kommen wir der Sache schon näher.
In Namibia handelt es sich bei einem Ressort oder Reservate um eine Farm, auf der keine Land- bzw. Viehwirtschaft mehr betrieben wird, stattdessen bewirtet der Besitzer jetzt Touristen und bespaßt sie (mehr oder weniger). Insgesamt scheint das lukrativer zu sein. Im Hauptgebäude finden sich Verwaltung, Speisesaal, Shop usw., während die Gäste in besagten Lodges wohnen.
Dankenswerterweise verzichtet man in Namibia auf Beton. Die Lodges passen sich in die Landschaft ein und dort wo das nicht geht, sind sie dennoch schön gebaut.

Okoshi Camp, Etosha
Manche Lodges, wie beispielsweise Okonjima oder Erindi Game Ressort sind eher luxuriös,  ausgestattet mit TV, Klimaanlage und MiniBar, während andere durch Einfachheit bestechen. Kulala Desert Camp und Onkoshi, um hier zwei zu nennen. Dort gibt es keinen Ferni, keine AirCon und keinen Kühli, aber man benötigt sie auch nicht wirklich.
TV hab ich den ganzen Tag unterwegs mit einem Superprogramm, die Reisezeit schließt heisse Nächte praktisch aus (nur die JAHRESZEIT, ihr kleinen Ferkel) und eine Zimmerbar braucht dort eh kein Mensch.
Interessant zu wissen: Die Mehrzahl der Lodges werden über Reiseveranstalter gebucht, man kann zwar auch direkt buchen, aber dann gibt es Probleme mit der Reiseroute.


Kulala Desert Lodge
Wie oben erwähnt, kann es Beschränkungen in Hinblick auf die Bewegungsfreiheit in den einzelnen Resorts geben. Das gilt auch dann, wenn man sich in einem Nationalpark befindet.
Grundsätzlich erfährt man beim Empfang, was man darf und was nicht.







Wolvedans Dunes Camp, Zeltlodge
Was sonst noch erwähnenswert ist:
- alle von uns besuchten Lodges hatten sehr gute Betten; wichtig für Leute mit Rücken...
- Es gibt (fast) immer einen Safe. Auch in den Zeltlodges (nein, der ist nicht aus Segeltuch)
- Für die Sagrotanfraktion: Nein ! Es war immer alles sauber, ihr müsst keine Befürchtungen haben !
- Es gibt in jeder Lodge Wi-Fi. Umsonst. Selbst mitten in der Wüste...



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Am 2. Tag ging es weiter in Richtung Okonjima Nature Reserve. Also wieder auf die B1 und nach
Norden, vorbei an Windhoek und durch eine wunderschöne Savannenlandschaft, die sich buchstäblich bis zum Horizont erstreckt. Auffällig wieder die Zäune, die sich entlang der Strasse ziehen. Namibia hat immer noch viele Zäune, kein Wunder, denn die Farmen sind in Namibia groß.
Also richtig groß !
Einen kurzen Zwischenstop legten wir in Okahandja ein und lernten, wo die Menschen dort einkaufen. Beim SUPER SPAR.
Rischtisch ! Der gute alte SPAR-Laden aus good old Dschörmäni darf nicht fehlen. Naja...hihi...erzähl ich später mehr. Und zu den Ortsnamen auch. Nur soviel vorab: Die heissen wirklich so !

Augenfällig und überall sind die hier:

Termitenhügel in rauen Mengen...

Erstaunlich, dass die Termite nicht Namibias Nationaltier ist, denn - abgesehen von der Namib - findet man sie überall. Sie stehen dicht, manchmal mit nur 30-40m Abstand zueinander.
Große Tiere sieht man hingegen wenige. Rinder zuweilen, selten Schafe. Dafür sehr viele verschiedene Vogelarten. Natürlich erwartet man an den ersten beiden Tagen, dass mindestens eine Antilope oder ein Warzenschwein auftaucht, aber andererseits: Luchs und Wildschwein sind auch nur selten Gast an der BAB 9 und die B1 ist in Namibia die Nord-Süd-Verbindung schlechthin.

Okonjima ist ein sehr schönes Resort und die Lodge war wirklich großartig.
Weil wir nur eine Übernachtung hatten, wollten wir unbedingt hier den ersten Leoparden sehen. Eine entsprechende Tour haben wir gebucht. Die Leoparden leben hier in einem großen abgetrennten Teil des Reservats; sie tragen Funkhalsbänder, damit sie angepeilt werden können.

einmal um den Baum rum und dennoch nicht gesehen...

Man kann darüber diskutieren. Letzten Endes sind es wilde Tiere und in jedem Reservat versuchen die Betreiber natürlich alles Mögliche, um dem Besucher die Tiere zu zeigen, der letztlich genau dafür bezahlt. Es ist ein zweischneidiges Schwert, offenbart aber die Problematik. Zahlende Gäste wollen die Tiere sehen, am besten die Big Five (von denen es in Namibia übrigens nur vier gibt) und wären verärgert, fühlten sich vielleicht gar geprellt, wenn der Leo heute seinen Touristenfreien Tag hätte.
In anderen Resorts läuft das anders. Ob besser sei dahingestellt. Aber dazu später mehr...

Nichtsdestotrotz war die Landschaft auch hier wieder herrlich.




Nach Sonnenuntergang, den wir direkt draussen erlebten, ging es zum Abendessen und dann direkt ins Bett. Der nächste Tag sollte uns in die Etoshapfanne bringen...

Im dritten Teil:

- Das wirkliche Afrika. Also das aus dem Fernsehen...
- Warum Elefanten und Giraffen ohne Zaun und Graben doppelt so groß werden wie in Wirklichkeit















1 Kommentar:

  1. Die Bungalows schauen mal urig aus, da möchte man gleich dem Leoparden direkt bissl abhängen :-D

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