Sonntag, 14. August 2016

Opa muss reisen...nach Namibia (3)


Der Etosha Nationalpark...
Sicher haben viele von Euch darüber schon gelesen oder eine Doku im TV gesehen.
Der Etosha Nationalpark - benannt nach der Etoshapfanne, einer riesigen Salzsenke - ist der größte Nationalpark in Namibia und einer der berühmtesten in ganz Afrika.
Eigentlich ist es ein See, der jedoch nur alle Jubeljahre mit mehr oder weniger Wasser gefüllt ist (letztmalig 2008 vollkommen gefüllt). In diesem Jahr ist er trocken. Wie uns an vielen Orten versichert wurde, fielen die Regenfälle der letzten Jahre mager aus und so ist nicht abzusehen, wann die Pfanne wieder ein See sein wird.
Die Tiere kommen trotzdem bzw. sind sowieso immer da.
Betrachtet man sich die Landkarte wird klar warum.
Wo solln se denn ooch hin ?


In weiser Voraussicht haben wir drei Übernachtungen eingeplant und sind wieder mit der Überlegung abgestiegen: Wann kommen wir das nächste Mal her ? Darum haben wir im Okoshi Camp Quartier bezogen, dem Flaggschiff der Lodges im Park. Die Hütten sind auf Pfählen bis an den Rand der Pfanne gebaut und man hat einen phatastischen Ausblick. Es gibt günstigere Unterkünfte im Park, aber: kommt man so schnell wieder her?



Eine kleine Impression aus den Hütten.
Auch hier wieder: Keine Klima, kein Kühli. Zum See gibt es Türen, die man öffnen kann, auf den Seiten große Fenster, oben hängt der Fan. Reicht...


Naturfreunde und Menschen, die es gesellig auch beim Knuspern lieben, sitzen hier richtig. Die rustikale Bauweise mit senkrecht angeordneten grobbehauenen Naturstämmen verbirgt wenig. Als Entschädigung kommt der - nicht zu klein dimensionierte - Gecko jederzeit auch ins Knusperhäuschen.Gut für alle mit zwei Beinen, Pech für die mit sechs und acht.



So jetzt mal zum Wesentlichen: Die Tiere !
Der Etosha-Nationalpark ist im Wesentlichen naturbelassen, das heisst, menschliche Eingriffe erfolgen nur dort wo es notwendig ist und es sinnvoll erscheint. Pisten sind angelegt, die kreuz und quer durch den Park laufen, die Wasserstellen verbinden und Zugang zum Park gestatten. Welcher übrigens nur über Kontrollstellen möglich ist; dort wird auch der Eintritt bezahlt (kurze Anekdote: als wir vorfuhren, war kein Mensch zu sehen. Auf Hupen passierte nix. Warten war auch umsonst. Herinspaziert. Bei der Ausfahrt gab´s dann ein kleines Hallo, weil wir keine "Bescheinigung" vorzeigen konnten. Wie denn auch...Also zahlten wir den Eintritt beim Austritt. That´s Africa...).

So kann es aussehen...
Wasserstellen sind angelegt, mal sehr schön und geradezu idylisch, manchmal nur ein Betonbecken. "Ja aber...", mag man einwenden, doch bitte bedenkt: Namibia ist ein Land der Zäune. Tiere können nicht einfach von A nach B wandern, wenn das Wasser knapp wird, sie können auch die Staatsgrenzen nicht einfach so mir nichts, dir nichts passieren. Denn auch zwischen Namibia und Botswana gibt es einen sehr langen Zaun...
...oder so
Und Tiere sollen auch nicht unbedingt wandern. Zum Beispiel gibt es in Etosha  Elefanten, die noch ihre Stosszähne besitzen und einige Nashörner, welche dort vergleichsweise sicher sind. Löwen, Leoparden und Geparde besitzen dort einen natürlichen Lebensraum, außerhalb würden sie kurzerhand abgeschossen (oder müßten mit Peilsendern um den Hals den Opa erschrecken). Die Sicherheit dieser Tiere ist ausserhalb des Nationalparks nicht gewährleistet. Insofern sind menschliche Eingriffe notwendig und wünschenswert.

Unabhängig davon ist Etosha Afrika. So wie sich der Europäer das in Sachen Tierwelt vorstellt.

Kurz nach Einfahrt in den Park kreuzte ein Elefant die Piste. Er war gut 50m entfernt, aber so ohne Zaun und Graben war er groß. nein  wirklich: Groß ! Überraschend immer wieder, wie "plötzlich" Tiere neben der Piste "auftauchten". Da denkt man sich "Hey, die braun-gelb gefleckte Giraffe dürfte kaum zu übersehen sein". Irrtum, denn mehr als einmal standen zwei, drei Giraffen direkt neben der Piste und mümmelten im Laubwerk und wir bemerkten sie praktisch erst im Vorbeifahren.
Erstaunlich, wie diese Tiere in der Landschaft verschwinden.

Für die ganz Blinden gibt es in Etosha aber extra viel Freifläche, damit sie auch mal Tiere sehen....
In Etosha darf man übrigens das Fahrzeug nie verlassen (okay: ich bin einmal in der geöffneten Tür stehen geblieben) und das ist auch gut so. Nach dem ersten Elefenaten trottete 10min später der zweite über die Piste, blieb auf der anderen Seite stehen und rüsselte im Laub. Wir waren ziemlich sicher, dass er uns gesehen hatte, die Piste war breit, drum fuhren wir langsam vorbei. Sollte er gewöhnt sein. Aber Benjamin hatte wohl gerade geträumt, bemerkte das weisse Blechdings, zuckte, trompetete und drehte sich auf der Hinterhand in Richtung Auto. Unisono und nachdrücklich verliehen die drei Insassen ohne eigenes Lenkrad und Gaspedal dem Wunsche Ausdruck, diesen Ort nun verlassen zu wollen.

In Etosha haben wir auch das einzige Mal in Namibia (wilde) Löwen gesehen. Die lagen satt im Schatten, weil sie nachts ein Zebra gerissen hatten. Die Bilder sind eher unspektakulär...



Vier Tage waren wir schon in Namibia und hatten noch zwei Tage Etosha vor uns...

Im vierten Teil:

- Etosha
- Autofahren in Namibia





Kommentare:

  1. Wieder ein klasse Report! Du bist schuld, dass meine Frau jetzt unbedingt nach Namibia will ;-)

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    1. Den Satz habe ich genauso kürzlich schon einmal gehört :)
      Freut mich doch, wenn ich helfen kann...

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  2. Beeindruckende Bilder, Danke!
    Und bei dem Elefanten auf dem letzten Bild kann ich den Abreisewunsch der 3 steuerlosen Insassen deines Kfz verstehen, wenn der Anstalten macht, eine unfreundliche Übernahme zu beginnen :-P

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