Sonntag, 21. August 2016

Opa muss reisen...nach Namibia (5)




warum das wohl so heißt ?

Am 6. Tag verliessen wir Etosha und fuhren zur Ongava Lodge, in der wir erst am späten Nachmittag eintrafen. Der Weg führte uns am Südrand der Pfanne vorbei, mit einigen Stopps an Wasserlöchern und einem kurzen Halt in Halali (ja, am Eingangstor hängt ein stilisiertes Jagdhorn).




Dann weiter nach Okaukuejo Camp, wo auch wieder deutlich erkennbar war: Hier haben Kaisers Mannen die Finger im Spiel gehabt.

Ist aber halb so schlimm, es ist  nur ein Aussichtsturm, erbaut gemäß dem Geschmack der damaligen Zeit. Was wird man wohl in 100 Jahren über die Baukünste von heute sagen ?
Ich komm vom Thema ab...






Die Ongava Lodge ist sehr sehr schön gelegen. Das Hauptgebäude und die Lodges sind in den Hang gebaut und man blickt in einen Talkessel. Am Fuße unmittelbar unter der Terasse ist ein Wasserloch angelegt, an dem sich zu später Tageszeit die Tiere einfinden (erwähnte ich, dass Sonnenuntergang kurz vor 18 Uhr war und es recht schnell dunkelt ?)

Links unten das Wasserloch...
...und nochmal im Dunkeln.








Wir haben hier wieder vorzüglich zu Abend gegessen und wurden dann mit dem Hinweis, dass wir die Lodge nicht mehr verlassen dürften, von einem bewaffneten Mitarbeiter in dieselbige eskortiert.
Es kann vorkommen, dass sich Tiere zwischen die Lodges verirren, z.B. ein Elefant oder etwas das beißt. Insofern...
Schon bei Ankunft hatte ich eine gut proportionierte, irritierend hell gefärbte Spinne aus dem Zimmer komplimentiert.
Die Lodge war wiederum sehr stimmig und schön, also legten wir uns zur Ruhe.

Irgendwann mitten in der Nacht zuppelte Frau Wuttke an mir herum, "Hörst Du nichts ?". Nein, natürlich nicht, ich hatte wie immer Ohropax drinne. Was soll ich da hören ? "Hör doch mal !".
Schon stand Frau Wuttke, bewaffnet mit der Alarmtröte im Zimmer (Man bekommt eine Alarmhupe, falls irgendetwas Einlass begehrt. Oder schon drinne is...) und spähte nach dem Ursprung des Geräusches (das ich immer noch nicht hörte). Dann entdeckte sie den Eindringling. Ihre präzise Beschreibung legte nahe, dass es sich um ein "AAAAAAH !" handelte. Kein Grund also zu Besorgnis.
In Vernehmungstechniken geschult, vermochte ich zumindest eine weitergehende Beschreibung des Hausfriedensbrechers zu erlangen. "Es sah aus wie eine Maus...". Achso, na dann gute Nacht. Frau Wuttke war empört, dass ich nicht umgehend Sicherungsmaßnahmen ergriff und nahm daher alles mit ins Bett, was ihrer Meinung nach zur Selbstverteidigung wichtig sein könnte: Die Tröte, mein ausziehbares Kamerastativ, eine zweite Packung Taschentücher, ein Fragezeichen...
Am nächsten Morgen nahmen wir den nächtlichen Tatort auf: Das AAAAAAH hatte sich in der Plastiktüte zu schaffen gemacht, die Frau Wuttkes Vorrat an Wrigleys Extra Gums For Kids enthielt (das sind die, die so lecker süß schmecken und duften).

Nach dem Frühstück setzten wir die Fahrt in Richtung zunächst in Richtung Otjiwarongo fort, wo ich einen VW Polo angemietet hatte. Wegen Autofahren undso, gelle...?!
Zuvor aber versperrte uns ein possierlicher kleiner Nager den Weg über die Treppe zum Parkplatz; er war in Begleitung mehrer kleiner Ausgaben seiner selbst. Frau Wuttke identifizierte den Täter sofort.
Er saß nur da, so als wartete er darauf, endlich die wohlverdienten Kaugummis in Empfang nehmen zu dürfen. Ich war so perplex, dass ich nicht mal daran gedacht habe, ein Foto von diesem kleinen frechen Racker zu machen.

Also muß Wikipedia helfen:


Darf ich vorstellen: das AAAAAA !

Muß ich erwähnen, dass es deutlich größer war als eine Maus ?





Weiter ging es zum Erindi Games Reserve, in dem wir zwei Übernachtungen gebucht hatten.
Unterwegs bei einem freundlichen AVIS-Mann den besagten Polo abgeholt (es war nix anderes da, aber ich hätte auch ´nen Rasenmäher genommen) und dann ab...


Unterwegs eine Landschaft, die an sich karg ist, aber dennoch wunderschön anmutet...







Gerne würde ich jetzt weiter erzählen, aber leider ist seit 3 Tagen, genauer gesagt, seit ich mit der Geschichte hier stehengeblieben bin, mein Reisenotizbüchlein verschwunden...

Dr. Henry Jones Jr: "Can´t you remember ? "
Dr. Henry Jones Sr: "I wrote them down in my diary, so that I wouldn't have to remember them !"

Die ganzen Details, die stehen da nämlich drin. Damit ich mich eben nicht erinnern muß.
Soviel Verständnis kann ich doch von Euch erwarten, oder ?

Demnächst:
- hoffentlich mehr

Kommentare:

  1. Ein Aaaaaaahhh! *Lachträne aus dem Augenwinkel wisch* einfach nur großartig. Ich hoffe du findest dein Büchlein bald. Meine bessere Hälfte (deren Aaaahhhs im übrigen acht Beine haben und nicht so ein schickes Fellkleid) und zugegebenermaßen auch ich, fiebern jedem neuen Teil entgegen.

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    1. Wäre etwas mit 8 Beinen aus der Tüte gekommen, hätten Herr und Frau Wuttke die Rollen getauscht. Das steht mal fest !

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  2. Das Bild vom Blick in den nächtlichen Talkessel von der Ongava Lodge aus rockt - wirklich sehr stimmungsvoll getroffen.

    Das arme mißverstandene Ahhhhhh sieht dermaßen possierlich aus, wieso haben Frauen nur so ne Angst vor dem armen Viech :-D

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    1. Hatte ich vergessen zu erwähnen, eigentlich heißt es "Dassie Rat" oder deutsch "Felsenratte". Ist aber weder Maus noch Ratte, sondern ein putziger Zeitgenosse.

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