Dienstag, 23. August 2016

Opa muss reisen...nach Namibia (6)

Mein Notizbüchlein ist wieder da, Jott sei Dank.

Sonst hätte ich, wie der "Spatz aus Afrika", Euch einen vorflunkern müssen, dass sich der Affenbrotbaum biegt. Kennt zufällig jemand noch dieses Kinderbuch 

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Wir sind also im Erindi Private Game Reserve, einem wirklich sehr großen privaten Reservat.
In der Old Traders Lodge hatten wir ein schönes großes Zimmer, diesmal mit allem Drum und Dran. Von der Terrasse blickten wir über ein Wasserloch, sehr schön angelegt. Abends kamen Tiere zur Tränke. An beiden Abenden kam auch ein Rudel Wildhunde, elf Tiere habe ich gezählt, die dort tatsächlich herumgestänkert haben. Am ersten Abend haben sie die Krokodile geärgert, bis die sich ins Wasser verzogen haben, am zweiten Abend haben sie ein Gnu gejagt - und das sah nicht nach Spaß aus - das sich nur durch einen beherzten Sprung ins Wasserloch retten konnte. Dann standen die da rum und warteten. Muß ja irgendwann wieder raus...
Glücklicherweise kamen mit Anbruch der Dämmerung zwei Elefanten und das hiess für alle anderen Tiere: Pause. Die gingen dann vom Wasser weg und machten Platz. Auch die Wildhunde haben zwar in Richtung Elefanten gepöbelt, haben sich aber dann irgendwo wahrscheinlich ein neues Opfer gesucht.

Blick von der Terrasse unseres Zimmers


Die beiden Fotos stammen von von meinem Phone.
Ich hatte während der beiden Tage fast ausschließend die ActionCam im Einsatz, die ich mir für den Urlaub zugelegt hatte. Das hat sich in Erindi gelohnt, denn es gibt fast 100 km Wege kreuz und quer durch das Reserve, die man selbst befahren kann. Wir haben das mit dem 4x4 gemacht, denn den benötigt man, wenn man alles befahren will. Der Spaß kostet 100NamDollar extra und ist die umgerechnet 6,50 € allemal wert. Jeden einzelnen Cent. Die Wege sind dann teils auch anspruchsvoll, vor allem wenn es in die Berge geht (aber genau das macht natürlich am meisten Spaß, wie Ihr euch denken könnt !) Wir waren nur zu zweit, die anderen beiden wollten in der Lodge relaxen.
Es war herrlich, die Landschaft ist sehenswert und man traf nur selten einen anderen Wagen.
Zum Beispiel auf dem Lookout Point, von dem aus man einen phantastischen Blick hat. Als wir alleine waren sind wir ausgestiegen und haben uns auf die Felsen gestellt. Es ist eigentlich verboten, das Fahrzeug zu verlassen. Es ist zwar ein Private Game Reserve, aber den Tieren ist das egal. Besonders denen, die Hörner oder scharfe Zähne haben.
Und wie wir da so standen, knurrte plötzlich mein Magen derart laut, das Frau Wuttke kreidebleich wurde und die obligatorische Frage kam "Hast du das gehört ?". Ich habe mich fast nass gemacht vor Lachen, sie fand es nicht lustig. Erst viel später habe ich überlegt, was wir wohl gemacht hätten, wenn wirklich ein Leopard oder Löwe aus dem Gebüsch gekommen wäre. Der Wagen stand 20 Meter hinter uns...
Wir haben dieses Experiment nicht mehr wiederholt.

Spätestens hier habe ich die Giraffe zu meinem Lieblingstier erkoren.

Hey, guck mal...ein Jeep

Diese Tiere sind wirklich groß (ich habe einen Schädel gesehen, da wurde mir das erste Mal bewußt wie groß allein der Kopf ist). Irgendwie wirken sie majestätisch, wenn sie so langsam dahinstelzen. Im nächsten Moment sind es die tolpatschigsten Tiere unter Gottes Himmel. Es gibt keinen Anblick der lächerlicher ist, als eine Giraffe, die sich erschrocken hat und weglaufen will. Erstmal wollen alle vier Beine in eine andere Richtung und der Hals hält alles mühsam im Gleichgewicht, bis die Koordination zurückkehrt.

Namibia bietet einer großen Zahl von Vogelarten ein Zuhause. Webervögel sieht man häufig. Diese Art baut keine Einzelnester sondern die Nester bilden eine Art Kolonie.



Leider eignet sich mein Laptop nicht fürVideobearbeitung und mehr als 100mb kann ich hier nicht hochladen...
Insofern gibt es aus Erindi auch keine weiteren Fotos.

Was kann ich über die Lodge noch sagen ?
Der Speisesaal (wenn ich das mal so salopp sagen darf) ist zum Wasserloch offen, dort nimmt man vor- oder nachher unten am Wasser auch noch einen Drink. Wenn man will.
Die Old Traders Lodge hat 47 Zimmer, ist also schon sehr groß. Insgesamt war sie mir persönlich auch irgendwie zu...touristisch. Es ist schon eine Tendenz erkennbar. Das ganze wirkte schon mehr wie ein Club. Das Essen war gut, aber im Vergleich zu allen anderen Lodges fiel es etwas ab.
Nichtsdestotrotz kann ich sie empfehlen. Schon wegen des riesigen Gebiets und der Self-Drive-Möglichkeit !

Von hier aus ging es weiter nach Swakopmund am Atlantik.
Da gibt es allerhand zu berichten. Und auch wieder mehr Bilder...

Demnächst:
- Swakopmund - die "deutscheste" Stadt Afrikas
- auf Mad Max´ Spuren
- Deutschland Deutsch Süd-Westafrika - ein kurzer Rückblick

Kommentare:

  1. Das angesprochen Giraffen-Foto ist wirklich stark und was da insgesamt für eine Farbenpracht auf den Fotos wirkt, ist fast schon wie gemalt - bin schon auf die nächste Folge gespannt.

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  2. Ah, ein Glück dass das Büchlein wieder da ist. Wieder ganz starker Bericht. Das mit dem Magenknurren hätte mir auch passieren können ;-)

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