Sonntag, 4. September 2016

Opa muss reisen...nach Namibia (8)

Nach einer kleinen Pause nehme ich den Faden wieder auf...

Am nächsten Morgen hatten wir verschiedene Optionen für den Tag; letzten Endes entschieden wir uns für eine geführte Tour in der Wüste. Hier gab es zwei Varianten, wir entschieden uns fürs Moon Valley.  Zu viert sind wir mit unserem Guide Ernst los.
Es war unglaublich faszinierend mir welcher Hingabe und Liebe zur Natur er uns die Wunder der Wüste zeigte.
Wir hielten an einer öden und Stelle mit einigen - scheinbar - vertrockneten Pflanzen und mithilfe von nur ein paar Tropfen Wasser offenbarte er uns, welche Geheimnisse das scheinbar tote Land verbarg.
Dort, wo wir nur vertrocknetes Gstrüpp wahrzunehmen vermeinten, enthüllte sich ein wahres Wunder der Natur: zwei, drei Tropfen aus der Wasserflasche und eben noch verkruspelte Blätter und Stiele verwandelten sich vor unseren Augen in lebende Pflanzen !
Viele der hier existierenden Pflanzen sind Flechten, aber es gibt auch kleinere Sträucher, an denen diese merkwürdig anmutenden Kugeln hängen.




Es sind Naras aus der familie der Kürbisgewächse.
Sie dienen der Pflanze als Wasserspeicher, vielen Tieren hingegen als willkommene nahrung.






Weiter ging es ins Moon Valley, welches seinen Namen wirklich verdient hat.
 







Diese Landschaft wurde über lange Zeiträume durch Winderosion freigelegt. Der ursprünglich aufliegende Sand in Richtung Atlantik geweht. Die Felsformationen bestehen hier zu einem großen Teil aus Granit mit zum Teil hohen Eisenanteilen. Schlägt masn mit einem Stein auf den Felsen, so klingt es, als schlüge man mit einem Hammer auf einen Amboss.

Weiter ging unsere Fahrt durch ein kleines Tal, in dem sich - Dank unterirdischer Wasserreservoirs - eine kleine Oase gebildet hat.







Schließlich gelangten wir zu einer Stelle, an der eine  seltsamste und noch dazu seltene Pflanze gedeiht. Die Welwitschia Mirabilis...






Sie ist endemisch, d.h. sie kommt nur hier an wenigen Orten in der Namibwüste vor.
Was man vermeintlich von der Pflanze sieht, sind neben einem holzigen Zentrum nur mehrere Blätter, die ein wenig verschrumpeltelt in die Wüste wachsen. In Wirklichkeit handelt es sich bei dem holzigen Zentrum um den Stamm des Baumes (!), bei den  vermeintlich vielen Blätter handelt es sich tatsächlich nur um zwei (!), die sich aufspalten und dann vortlaufend wachsen. Dabei sterben die Enden ab, was der Welwitschia ein irgendwie halbverdorrtes Aussehen gibt. Siehe oben...
Der sehr kurze Stamm verfügt über eine lange tief ins Erdreich reichende Pfahlwurzel sowie ein feines Wurzelwerk unter der Erdoberfläche.

 Männliche Pflanze


Weibliche Pflanze mit Blütenständen und Wanzen, die auf den Pflanzen zuhauf zu finden sind.






Mad Max: Fury Road

Tja, der letzte Mad Max wurde tatsächlich in Namibia gedreht, u.a. anderem auch im Moon Valley. Ernst erzählte uns ein paar Anekdoten über die Dreharbeiten. Sein Van war vollgepackt mit Computern und Technik und er und andere sollten auch aufpassen, dass die Filmcrew nichts zerstört oder verändert. So durften z.B. keine Pflanzen ausgerissen werden. Nicht das es davon dort viele geben würde, aber die wurden dann mit künstlichen Felsen abgedeckt. Deckel drüber. Da war ich natürlich ganz in meinem Element als alter wargamer. Styrodurfelsen schnitzen ! Teilweise wurden ganze Felslandschaften gebaut und in die natürliche Landschaft eingepaßt. Müßig zu erwähnen, dass Air Namibia den Film im Programm hatte. Zwar habe ich ihn schon auf dem Hinflug gesehen, aber mit Insiderwissen reich eingedeckt, zog ich ihn auf dem Rückflug nochmals durch:
"Ah...ja...da !", "Kiek ma, da warn wa..." und "Ha! Kunstfelsen !" Opa. So leicht glücklich zu machen...
Wer jemals nach Swakopmund kommt, dem lege ich die Tour ans Herz. Phantastische Landschaft !

Nachmittags wollten alle durch die Stadt ziehen. Shoppen, gucken usw. Alle außer Opa. Der beschloss  ins örtliche Museum zu gehen. Eine Entscheidung, die ich nicht bereuen sollte.
Zuvor gab´s aber Kaffee und Kuchen in Café Anton. Schwarzwälder Kirsch. Jep !

Gut, dass ich alleine drinne war. Für die anderen wäre es wahrscheinlich langweilig gewesen, aber ich liebe nun einmal diese altmodischen Museen. Was soll ich sagen: Ein buntes Sammelsurium aus Zeitgeschichte (von 1900knips und Gegenwart), Heimatkunde, Völkerkunde und Naturkunde mit ausgestopften Tieren, Mineralien, nachgebildeten Stuben mit originalen Gegenständen aus der Kolonialzeit, Briefen, Fotos, Postkarten, Uniformen, Waffen, Knochen, Dioramen, Zinnfiguren (!) undsoweiter und so fort bis hin zu einer Vorstellung des modernen Namibia mit seinen Nama, San, Himba, Damara, Herero und Baster. Alles ganz entzückend. Kein digitaler Blödfug, kein "Drück-auf-den-Knopf-und-im-Arsch-des-Gnu-geht-ein-Licht-an"- Quatsch. Ich habe mich zwei Stunden vergnügt, während die anderen drei Holzgiraffen gekauft haben. Suum cuique.
Abends gab es wieder ein leckeres Steak und Omas Kartoffelsalat. Perfekt.
Und: nein, ich habe keine Bilder gemacht. Erstens war es nicht erlaubt und zweitens...naja...
Wer jemals nach Namibia kommt, darf Swakopmund nicht auslassen !

Beim nächsten Mal gehts durch die Namib zu unserer nächsten Lodge.

Demnächst:

- im Polo durch die Namib
- Kulala Desert Lodge

1 Kommentar:

  1. Klasse, wieder Bilder aus der Wüste! Die Bilder vom Moon Valley sind wirklich absolut beeindruckend.

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