Dienstag, 30. August 2016

Opa muss reisen...nach Namibia (7) mit Update vom 01.09.16

Auf nach Swakopmund !


Über Omaruru fuhren wir nach Karibib und dort auf die B2, auch bekannt unter dem Namen Transkalahari Highway. Die Fahrt ging entspannt vonstatten, unterbrochen nur von einer Tank- und Luftdruckpause. Letztere deshalb, weil wir bei der Abfahrt in Erindi feststellen mußten, dass der 4x4 nur noch jeweils 0,5 bar drauf hatte. Nach einer kurzen Schrecksekunde fiel uns dann ein, "Ach ja, man soll da öfter den Reifendruck 
prüfen !". Hatten wir natürlich seit Fahrzeugabholung am Flughafen nicht gemacht. Und tatsächlich: Es gibt Tage, an denen der Reifendruck nach 300km bis zu einem Viertel runter ist. Normal.
Kurz vor Karibib sahen wir aus der Ferne die Spitzkoppe.
Auf dem Highway wird gelasert, was das Zeug hält. Wir haben innerhalb von 25 km zwei Laser gesichtet. Nicht, dass der namibische Autofahrer der größte Raser wäre; da ist man von deutschen Strassen ganz Anderes gewohnt. Nein, die Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h wird gerne mal um nur 10-20 km/h überschritten. So richtige Tiefflieger haben wir in der ganzen Zeit nicht gesehen. Gewöhnungsbedürftig ist nur, dass vor dem Überholvorgang sehr dicht aufgefahren wird.

Ab Karibib wurde die Landschaft merklich wüstenartiger. Wo anfangs noch Büsche und vereinzelt kleine Bäume standen, wurden die mit jedem Kilometer immer seltener, bis wir dann rechts und links nur noch Wüste sahen. Und Überlandleitungen, die quer durch die Wüste führen und später eine Pipeline die - soweit ich mich erinnere - zur Langer Heinrich Uranium Mine führte. Wie ich tags darauf erfuhr, wird Salzwasser aus dem Atlantik über Kilometer dorthin gepumpt, weil man es für den Abbau benötigt.
Als wir uns Swakopmund näherten - die Wüste geht nahtlos in den Strand über - stellten wir fest, dass es in der ganzen Stadt fast nur Strassen mit deutschen Namen gab. Anders als bislang sahen wir auch ummauerte Viertel.

Wir hatten eine sehr schöne Pension gebucht, eine alte Stadtvilla namens Villa Margherita, die von drei sehr netten Damen betrieben wurde. Unser kleines Zimmer lag unterm Dach. Im Innenhof nahmen wir zunächst ein kühles Bier, bevor wir uns hinunter zum Atlantik begaben. Deutsche Namen überall. Die Straßen, die Geschäfte...















...kaum Badegäste...
Am Atlantik angekommen, lag die Wassertemperatur wie erwartet bei etwa 3cm...
Unterwegs trafen wir auch noch einen Lehrer der deutschen Schule, der uns auf Deutsch ansprach (logisch).
Natürlich waren wir auch auf dem Jetty...



 ...der 1905 von den Deutschen dort gebaut worden ist. Das erwies sich seinerzeit als notwendig, denn mal abgesehen von der etwa 30 km südlich gelegenen Walfischbucht (heute: Walvis Bay) gab es in Deutsch-Südwest keinen vernünftigen Hafen. Und letzteres war  nun einmal eine britische Enklave...






Die Einheimischen angeln hier wie wild



Nur so konnten damals überhaupt Güter in nennenswerten Maße umgeschlagen werden.

Nun war es schon später Nachmittag und so zog
- welch Überraschung - Nebel auf.
Ohnehin war es schon merklich kühler als an anderen Orten in Namibia und plötzlich wirkte Swakopmund mit der Promenade mit den bepflanzten Blumenbeeten und den...




Büsumer Leuchtturm...mit Palmen
 ...deutschen Häusern eher wie die Nordseeküste.
Wenn man mal von den Palmen absieht.










Diese Kameraden aus der Perlhuhnfamilie findet man praktisch überall in Namibia.

Na gut, in der richtigen Wüste vielleicht nicht, aber Gerüchte halten sich...
In Swakopmund flitzen sie sogar in der Stadt herum.


Noch überlegten wir, ob wir abends das Restaurant auf dem Jetty besuchen sollten, doch aufgrund der fortgeschrittenen Zeit und dem ganzen Drumherum, beschlossen wir, in der Pension zu Abend zu essen. Und diese Wahl war gut.
Es gab ein köstliches Oryxcarpaccio und zum - wirklich guten - Steak einen Kartoffelsalat.
Aber nicht irgendeinen, sondern den von meiner Oma ! Da fliege ich 8000 km, um den Kartoffelsalat meiner Oma zu essen. Verrückt.
Das Rezept stammt übrigens von der Großmutter der Besitzerin, die ursprünglich aus der Schweiz eingewandert war.

Für den nächsten Tag planten wir eine Halbtagestour. Undzwar wollten wir ins sogenannte Moon Valley, was einigermaßen verheissungsvoll klang. Ich sag mal so: Die Tour war großartig ! Doch dazu später mehr, denn es wird Zeit sich einem anderen Thema zuzuwenden. Ein Thema, welches man auch locker links liegen lassen und die Reise trotzdem  geniessen könnte.
Aber Herr Wuttke ist nunmal nicht so...

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Exkurs: Deutschland - Deutsch - Deutsch Südwestafrika - Namibia. Wie Deutsch ist Namibia ?


Der Blick auf die Landkarte verrät: Deutsche Namen überall. Orte mit Namen wie Kalkfeld, Mariental, Maltahöhe, Seeheim, Grünau usw. usf. verraten, dass dereinst schon Opa Fritze hier zugange gewesen sein muß. Die Namen der Farmen künden von der Herkunft ihrer Besitzer. Und natürlich der in jeder Stadt existierende Super Spar.
Schlesien ! Aber sicher doch...
Kaum ein San, Himba oder Herero wäre wohl je auf die Idee gekommen, freiwillig auf fremden Wortschatz zurückzugreifen, um vertraute Orte zu benennen.
Ich will hier nicht in Kurzform die Kolonialgeschichte Deutsch-Südwestafrikas zusammenfassen; das kann man anderswo nachlesen. Aber es sollte nicht verschwiegen werden, was das deutsche Kaiserreich in nur 30 Jahren Kolonialgeschichte hier angerichtet hat. In Deutschland heute völlig vergessen, fand hier vor 110 Jahren der erste bewußt gewollte und gezielt durchgeführte Völkermord eines deutschen Staates statt, dem fast 100.000 Menschen zum Opfer gefallen sind. Also ein großer Teil der damals in Deutsch-Südwest lebenden Menschen.

Berliner, wat ... ?

Warum ist das heute hier in Deutschland vergessen ? Weil die unglaublichen Opfer des folgenden Weltkrieges und die unsagbaren deutschen Verbrechen im nächsten, noch größeren Krieg all diese Erinnerungen überlagern ? Auslöschen wäre vielleicht der bessere Ausdruck. In Namibia nicht. Es gibt in Swakopmund keine Strasse mehr, die nach dem letzten deutschen unseligen Kaiser benannt ist.
Aber es gibt Memorials und Gedenkorte für die Angehörigen und Kämpfer der verschiedenen namibischen Völker. Auch in Swakopmund. Gegenüber des Cafe Anton. Wo man deutsche Kuchen und Torten bekommt und Kaffee wie hierzulande...
...am Strassenrand...
Noch immer leben in Namibia Menschen deutscher Herkunft; es sind überwiegend Farmer bzw. die Besitzer jener Reservate und Lodges, in denen wir Urlaub gemacht haben. Sie sprechen noch immer Deutsch. Sie sind Namibier. So wie die Angehörigen der Himba, San, Herero, Baster, Nama und und und...welche jedoch mit der Übergabe Deutsch-Südwests als Treuhandgebiet an Südafrika vom Regen in  die Traufe kamen. Erst 1990 erhielt Namibia offiziell seine Unabhängigkeit, doch 75 Jahre Apartheid wirken noch immer nach. Erst heute wächst eine Generation heran, die Zugang zu Bildung und - zumindest offiziell - gleiche Chancen hat. Den San zum Beispiel wird das wohl nicht mehr helfen. Ihre traditionelle Lebensweise dürfte endgültig der Vergangenheit angehören und wird wohl nur noch für touristische Zwecke aufbereitet werden. 75 Jahre Rechtlosigkeit wirken noch immer nach und noch immer sind - trotz eines insgesamt gescheiterten Versuchs von staatlicher Seite zur Landumverteilung - ein Großteil der Namibier sehr arm und über 2/3 der nutzbaren Landfläche in der Hand von weißen Namibiern. Aber Namibia hat sich - ähnlich wie Südafrika nach Beendigung der Apartheid - für einen Weg entschieden, der auf Ausgleich setzt. Kein weiteres Simbabwe.

...


Weiße trifft man in Namibia vergleichsweise selten an. Das nimmt auch nicht Wunder, stellen sie doch nur ca. 5% der Gesamtbevölkerung Namibias. Wenn, dann sind sie in den Lodges (die auf unserer Reise übrigens überwiegend Deutschstämmigen gehörten) die Eigentümer.







Wahrscheinlich wird es noch eine weitere Generation dauern, bis in Namibia die Folgen seiner Geschichte überwindet. Einstweilen besitzt es jedoch die Größe ebendiese zu bewahren.
Da gehen andere Länder andere Wege...

Und falls die Frage auftauchen  sollte: Nein, Deutsch wird in Namibia nicht gesprochen. Jedenfalls ist es uns außerhalb der Lodges - und dort nur mit den deutschstämmigen Eigentümern - nicht untergekommen. Mit drei Ausnahmen. Der oben erwähnte Lehrer der deutschen Schule und ein Guide in der Ongava Lodge, dessen Mutter einen Deutschen geheiratet hatte. Und dann trafen wir auch noch den Besitzer eines eher schmuddeligen Imbisses in einer kleinen Stadt, irgendwo unterwegs. Er sah aus...naja, reden wir nicht drüber...und als er feststellte, dass wir aus Deutschland kommen, empfahl er uns - sichtlich verunsichert - anderswo einen Kaffee zu trinken. Seine Frau wäre angeblich gerade fort und seine beiden "Mädchen" könnten das nicht so und überhaupt...

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So jetzt habe ich mich ordentlich verplauscht und darum gibt es den zweiten Teil über unseren Aufenthalt in Swakopmund in  Teil 8.

Bis dann !

Demnächst:

- Auf Mad Max Spuren (diesmal wirklich)
- Im Museum
- durch die Namib


Upadte vom 01.09.2016:

Okay, hier noch einmal eine Ergänzung, weil ich gemerkt habe, dass die eine oder Darstellung Mißverständnisse hervorrufen könnte:

1. In Swakopmund kommt man mit Deutsch sehr wohl weiter. In den Geschäften, Cafés oder auf der Strasse. Hier leben auch sehr viele deutschsprachige Namibier.

2. Nein, es sind nicht alle schwarzen Namibier arm. In Windhoek lebt eine sehr moderne Gesellschaft, die sich auf den ersten Blick genauso zusammensetzt, wie in vielen anderen großen Städten (für einen zweiten Blick waren wir leider nicht lang genug dort). Junge nach der Moden letzter Schrei gekleidete Jugendliche, Businessmen und -women, Leute, wie Du und ich. Auch Mensche, die es nicht so dicke hatten und die Strassen gefegt haebn, Parkplatzwächter...eben genau wie hier. Wir haben dort auch fast ausschließlich schwarze Namibier gesehen.

3. Nein, uns ist nirgendwo Hass oder Ablehnung entgegen gebracht worden, wir wurden nirgendwo dumm angequatscht, weil wir erkennbar Deutsche sind. In den Lodges und Reserves war es im Gegenteil ganz anders. Was aber auch daran liegen könnte, dass wir den Leuten höflich und respektvoll gegenübergetreten sind und nicht vergessen: Namibia kennt keinen Massentourismus.

4. Und das muß auch noch erwähnt werden: Die Formulierung "Völkermord eines deutschen Staates..." ist inhaltlich richtig, aber mißverständlich. Die Vorgehensweise vor 110 Jahren rief auch in Deutschland erhebliche Empörung hervor; mit den Mitteln der Zeit konnte Schlimmeres leider nicht verhindern werden. Einen Beschluß des Reichstages oder einen direkten befehl, hat es, meines Wissens, nie gegeben. Und - wer es nicht weiß - die Familie von Trothar - Lothar von Trotha  war jener Befehlshaber, auf dessen Mist ein Großteil der Vorgehensweise gegen die Einheimischen gewachsen ist - hat sich für die unter ihrem Namen begangenen Verbrechen bereits entschuldigt. Wieviele andere Nachkommen von Verbrechern und Institutionen und Firmen in Deutschland haben sich vergleichbar einsichtig gezeigt ?

Dienstag, 23. August 2016

Opa muss reisen...nach Namibia (6)

Mein Notizbüchlein ist wieder da, Jott sei Dank.

Sonst hätte ich, wie der "Spatz aus Afrika", Euch einen vorflunkern müssen, dass sich der Affenbrotbaum biegt. Kennt zufällig jemand noch dieses Kinderbuch 

Back to topic...

Wir sind also im Erindi Private Game Reserve, einem wirklich sehr großen privaten Reservat.
In der Old Traders Lodge hatten wir ein schönes großes Zimmer, diesmal mit allem Drum und Dran. Von der Terrasse blickten wir über ein Wasserloch, sehr schön angelegt. Abends kamen Tiere zur Tränke. An beiden Abenden kam auch ein Rudel Wildhunde, elf Tiere habe ich gezählt, die dort tatsächlich herumgestänkert haben. Am ersten Abend haben sie die Krokodile geärgert, bis die sich ins Wasser verzogen haben, am zweiten Abend haben sie ein Gnu gejagt - und das sah nicht nach Spaß aus - das sich nur durch einen beherzten Sprung ins Wasserloch retten konnte. Dann standen die da rum und warteten. Muß ja irgendwann wieder raus...
Glücklicherweise kamen mit Anbruch der Dämmerung zwei Elefanten und das hiess für alle anderen Tiere: Pause. Die gingen dann vom Wasser weg und machten Platz. Auch die Wildhunde haben zwar in Richtung Elefanten gepöbelt, haben sich aber dann irgendwo wahrscheinlich ein neues Opfer gesucht.

Blick von der Terrasse unseres Zimmers


Die beiden Fotos stammen von von meinem Phone.
Ich hatte während der beiden Tage fast ausschließend die ActionCam im Einsatz, die ich mir für den Urlaub zugelegt hatte. Das hat sich in Erindi gelohnt, denn es gibt fast 100 km Wege kreuz und quer durch das Reserve, die man selbst befahren kann. Wir haben das mit dem 4x4 gemacht, denn den benötigt man, wenn man alles befahren will. Der Spaß kostet 100NamDollar extra und ist die umgerechnet 6,50 € allemal wert. Jeden einzelnen Cent. Die Wege sind dann teils auch anspruchsvoll, vor allem wenn es in die Berge geht (aber genau das macht natürlich am meisten Spaß, wie Ihr euch denken könnt !) Wir waren nur zu zweit, die anderen beiden wollten in der Lodge relaxen.
Es war herrlich, die Landschaft ist sehenswert und man traf nur selten einen anderen Wagen.
Zum Beispiel auf dem Lookout Point, von dem aus man einen phantastischen Blick hat. Als wir alleine waren sind wir ausgestiegen und haben uns auf die Felsen gestellt. Es ist eigentlich verboten, das Fahrzeug zu verlassen. Es ist zwar ein Private Game Reserve, aber den Tieren ist das egal. Besonders denen, die Hörner oder scharfe Zähne haben.
Und wie wir da so standen, knurrte plötzlich mein Magen derart laut, das Frau Wuttke kreidebleich wurde und die obligatorische Frage kam "Hast du das gehört ?". Ich habe mich fast nass gemacht vor Lachen, sie fand es nicht lustig. Erst viel später habe ich überlegt, was wir wohl gemacht hätten, wenn wirklich ein Leopard oder Löwe aus dem Gebüsch gekommen wäre. Der Wagen stand 20 Meter hinter uns...
Wir haben dieses Experiment nicht mehr wiederholt.

Spätestens hier habe ich die Giraffe zu meinem Lieblingstier erkoren.

Hey, guck mal...ein Jeep

Diese Tiere sind wirklich groß (ich habe einen Schädel gesehen, da wurde mir das erste Mal bewußt wie groß allein der Kopf ist). Irgendwie wirken sie majestätisch, wenn sie so langsam dahinstelzen. Im nächsten Moment sind es die tolpatschigsten Tiere unter Gottes Himmel. Es gibt keinen Anblick der lächerlicher ist, als eine Giraffe, die sich erschrocken hat und weglaufen will. Erstmal wollen alle vier Beine in eine andere Richtung und der Hals hält alles mühsam im Gleichgewicht, bis die Koordination zurückkehrt.

Namibia bietet einer großen Zahl von Vogelarten ein Zuhause. Webervögel sieht man häufig. Diese Art baut keine Einzelnester sondern die Nester bilden eine Art Kolonie.



Leider eignet sich mein Laptop nicht fürVideobearbeitung und mehr als 100mb kann ich hier nicht hochladen...
Insofern gibt es aus Erindi auch keine weiteren Fotos.

Was kann ich über die Lodge noch sagen ?
Der Speisesaal (wenn ich das mal so salopp sagen darf) ist zum Wasserloch offen, dort nimmt man vor- oder nachher unten am Wasser auch noch einen Drink. Wenn man will.
Die Old Traders Lodge hat 47 Zimmer, ist also schon sehr groß. Insgesamt war sie mir persönlich auch irgendwie zu...touristisch. Es ist schon eine Tendenz erkennbar. Das ganze wirkte schon mehr wie ein Club. Das Essen war gut, aber im Vergleich zu allen anderen Lodges fiel es etwas ab.
Nichtsdestotrotz kann ich sie empfehlen. Schon wegen des riesigen Gebiets und der Self-Drive-Möglichkeit !

Von hier aus ging es weiter nach Swakopmund am Atlantik.
Da gibt es allerhand zu berichten. Und auch wieder mehr Bilder...

Demnächst:
- Swakopmund - die "deutscheste" Stadt Afrikas
- auf Mad Max´ Spuren
- Deutschland Deutsch Süd-Westafrika - ein kurzer Rückblick

Sonntag, 21. August 2016

Opa muss reisen...nach Namibia (5)




warum das wohl so heißt ?

Am 6. Tag verliessen wir Etosha und fuhren zur Ongava Lodge, in der wir erst am späten Nachmittag eintrafen. Der Weg führte uns am Südrand der Pfanne vorbei, mit einigen Stopps an Wasserlöchern und einem kurzen Halt in Halali (ja, am Eingangstor hängt ein stilisiertes Jagdhorn).




Dann weiter nach Okaukuejo Camp, wo auch wieder deutlich erkennbar war: Hier haben Kaisers Mannen die Finger im Spiel gehabt.

Ist aber halb so schlimm, es ist  nur ein Aussichtsturm, erbaut gemäß dem Geschmack der damaligen Zeit. Was wird man wohl in 100 Jahren über die Baukünste von heute sagen ?
Ich komm vom Thema ab...






Die Ongava Lodge ist sehr sehr schön gelegen. Das Hauptgebäude und die Lodges sind in den Hang gebaut und man blickt in einen Talkessel. Am Fuße unmittelbar unter der Terasse ist ein Wasserloch angelegt, an dem sich zu später Tageszeit die Tiere einfinden (erwähnte ich, dass Sonnenuntergang kurz vor 18 Uhr war und es recht schnell dunkelt ?)

Links unten das Wasserloch...
...und nochmal im Dunkeln.








Wir haben hier wieder vorzüglich zu Abend gegessen und wurden dann mit dem Hinweis, dass wir die Lodge nicht mehr verlassen dürften, von einem bewaffneten Mitarbeiter in dieselbige eskortiert.
Es kann vorkommen, dass sich Tiere zwischen die Lodges verirren, z.B. ein Elefant oder etwas das beißt. Insofern...
Schon bei Ankunft hatte ich eine gut proportionierte, irritierend hell gefärbte Spinne aus dem Zimmer komplimentiert.
Die Lodge war wiederum sehr stimmig und schön, also legten wir uns zur Ruhe.

Irgendwann mitten in der Nacht zuppelte Frau Wuttke an mir herum, "Hörst Du nichts ?". Nein, natürlich nicht, ich hatte wie immer Ohropax drinne. Was soll ich da hören ? "Hör doch mal !".
Schon stand Frau Wuttke, bewaffnet mit der Alarmtröte im Zimmer (Man bekommt eine Alarmhupe, falls irgendetwas Einlass begehrt. Oder schon drinne is...) und spähte nach dem Ursprung des Geräusches (das ich immer noch nicht hörte). Dann entdeckte sie den Eindringling. Ihre präzise Beschreibung legte nahe, dass es sich um ein "AAAAAAH !" handelte. Kein Grund also zu Besorgnis.
In Vernehmungstechniken geschult, vermochte ich zumindest eine weitergehende Beschreibung des Hausfriedensbrechers zu erlangen. "Es sah aus wie eine Maus...". Achso, na dann gute Nacht. Frau Wuttke war empört, dass ich nicht umgehend Sicherungsmaßnahmen ergriff und nahm daher alles mit ins Bett, was ihrer Meinung nach zur Selbstverteidigung wichtig sein könnte: Die Tröte, mein ausziehbares Kamerastativ, eine zweite Packung Taschentücher, ein Fragezeichen...
Am nächsten Morgen nahmen wir den nächtlichen Tatort auf: Das AAAAAAH hatte sich in der Plastiktüte zu schaffen gemacht, die Frau Wuttkes Vorrat an Wrigleys Extra Gums For Kids enthielt (das sind die, die so lecker süß schmecken und duften).

Nach dem Frühstück setzten wir die Fahrt in Richtung zunächst in Richtung Otjiwarongo fort, wo ich einen VW Polo angemietet hatte. Wegen Autofahren undso, gelle...?!
Zuvor aber versperrte uns ein possierlicher kleiner Nager den Weg über die Treppe zum Parkplatz; er war in Begleitung mehrer kleiner Ausgaben seiner selbst. Frau Wuttke identifizierte den Täter sofort.
Er saß nur da, so als wartete er darauf, endlich die wohlverdienten Kaugummis in Empfang nehmen zu dürfen. Ich war so perplex, dass ich nicht mal daran gedacht habe, ein Foto von diesem kleinen frechen Racker zu machen.

Also muß Wikipedia helfen:


Darf ich vorstellen: das AAAAAA !

Muß ich erwähnen, dass es deutlich größer war als eine Maus ?





Weiter ging es zum Erindi Games Reserve, in dem wir zwei Übernachtungen gebucht hatten.
Unterwegs bei einem freundlichen AVIS-Mann den besagten Polo abgeholt (es war nix anderes da, aber ich hätte auch ´nen Rasenmäher genommen) und dann ab...


Unterwegs eine Landschaft, die an sich karg ist, aber dennoch wunderschön anmutet...







Gerne würde ich jetzt weiter erzählen, aber leider ist seit 3 Tagen, genauer gesagt, seit ich mit der Geschichte hier stehengeblieben bin, mein Reisenotizbüchlein verschwunden...

Dr. Henry Jones Jr: "Can´t you remember ? "
Dr. Henry Jones Sr: "I wrote them down in my diary, so that I wouldn't have to remember them !"

Die ganzen Details, die stehen da nämlich drin. Damit ich mich eben nicht erinnern muß.
Soviel Verständnis kann ich doch von Euch erwarten, oder ?

Demnächst:
- hoffentlich mehr

Mittwoch, 17. August 2016

Opa muss reisen...nach Namibia (4)

....wir sind immer noch in Etosha.

Am zweiten Etosha-Tag haben wir ganz früh eine geführte Tour gemacht. Wie üblich fährt man in einem offenen Geländewagen. Gut, dass ich langärmelig unterwegs war und eine Jacke dabei hatte. Eine zu dünne wohlgemerkt. Es kann morgens richtig kühle sein in Namibia...

...und tschüss !
Wer so früh aufsteht, sieht Tiere, die tagsüber eher nicht anzutreffen sind. Zumindest nicht überirdisch oder in der Nähe der Piste. Dabei haben wir (das einzige mal in freier Wildbahn) ein Nashorn gesehen und ein Schuppentier. Beim ersten handelte es sich um ein Exemplar des Black Rhino, hierzulande Spitzmaulnashorn genannt. Natürlich hat es umgehend das Weite gesucht, als es uns bemerkte. Vom Schuppentier haben wir nur Schüppchen gesehen; das war noch schneller weg...


Anläßlich dieser Begegnung vertraute uns der Guide ein paar wichtige Informationen zum Umgang mit Nashörner-die-unmittelbar-vor-dir-stehen-und-in-deine-Richtung-gucken an. In Namibia gibt es nämlich zwei Sorten Nashörner. Besagtes Spitzmaulnashorn und das Breitmaulnashorn, im angelsächsischen White Rhino (das bezieht sich aber nicht auf die Farbe sondern auf das "weite" Maul. Die Namensgebung stammt von den Holländern und wurde von den Engländern unreflektiert übernommen ). Eines von beiden ist eher der nachdenkliche Betrachter vom Typ "Häh, wat steht´n da ?", während das andere eher der Typ Türsteher ist "Was guckst du, Alter, hast du Problem ?". Letztere Sorte macht dann immer bei Youtube Karriere, wo man gucken kann, wie es den doofen 4x4-Jeep umkippt.
Leider war ich noch müde und weiss jetzt nicht...aber ich würde ohnehin an kein Nashorn dichter als 10 Meter ran.

Kleine Anekdote:
Irgendwie wurde ich das Gefühl  nicht los, dass nicht alle Mitreisenden meinen Fahrstil toll fanden. Dabei bin ich laaaangsam gefahren. Trotzdem gab es immer so ein Hintergrundrauschen: "Oh"...."Uuuh"...."Aaah"....."EiEiEi". Irgendwann legte sich der innere Schalter um und ich wurde mal wieder zu Opa Arschloch. Wäre vielleicht noch zu erwähnen, ich war neun Jahre beim MEK. Das sind die, wo immer ganz schnell und ohne Blau und Lalü durch die Stadt und bei Rot und Pipapo und mit 230 über die Bahn und blablabla...kurz: Ich kann Autofahren.
Also beschloss ich, mir für gefühlte 90 Sekunden eine kleine Runde Autofahren zu schenken; war ja auch mein Geburtstag (die Betonung liegt auf fahren !). Heidewitzka welch ein Spaß ! Nach drei Kurven war das Geschrei groß in der Fahrgastzelle, die drei Mitreisenden waren für den Rest des Tages stinkesauer mit mir, aber was soll´s, der Spaß war´s wert.

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Weil es gerade paßt:

Exkurs: Autofahren in Namibia

Wie eingangs erwähnt, haben wir unseren Wagen vorab bei der empfohlenen AVIS angemietet. Eine Empfehlung, die ich gerne so weitergebe.
Wir haben am Flughafen eine sehr gute und professionelle Einweisung mit Powerpoint erhalten. Das Fahrzeug war tiptop und sauber.
In Namibia wird links gefahren. Die aphaltierten Strassen sind hervorragend. Besser als in  Deutschland. Der überwiegende Teil der Strassen sind jedoch Schotterpisten sehr unterschiedlicher Qualität. Die "grossen" und vielbefahrenen sind recht gut. Die kleinen Wege teils recht uneben, der größte Teil der C14 durch die Namib ist zum Beispiel, sagen wir mal: sportlich.
Aber selbst die habe ich mit dem - später zusätzlich angemieteten - VW Polo auch ohne Allrad geschafft. Offroad ist natürlich streng verboten und ohnehin fast unmöglich. Zäune.
Wer halbwegs Auto fahren (!) kann (also ca. 25 % der deutschen Autobesitzer) kommt mühelos klar, die restlichen 75 % können für den Rest ihres Lebens mit dem Abenteuer angeben.
Empfehlenswert ist, sich strikt an die Tempolimits zu halten. Nicht dass wir auf den Schotterpisten (C- und D-Strassen ) je auf die NamPol getroffen wären, aber auf der B1 und dem Transkalahari-Highway wird gelasert was das Zeug hält. In der Nähe von Winghuk gibt es Kontrollstellen, an denen jeweils zu stoppen ist und dort wird man gerne mal einfach so abgekellt. Wenn man z.B. ein Auto mit südafrikanischen Kennzeichen fährt. Wie wir. Der Mann von der NamPol hat allerdings schnell gemerkt, dass wir keine Südafrikaner sind und nach entsprechender Frage, entliess er uns mit den Hinweisen "alles locker angehen zu lassen" und auf das abendliche Spiel von Bayern München. Er selbst war Barvelona-Anhänger.
Das war nett !
Wichtig ist: Jeden Tag Reifenddruck prüfen, man verliert auf diesen Pisten u.U. schnell den Druck und spätestens bei 25% Tankfüllung volltanken. In den Lodges gibt es aber auch immer Sprit und Luft. Immer Wasser im Auto haben, am Besten mehrere Liter, denn falls man wirklich mal liegenbleibt, muß man u.U. ein bißchen warten, bis jemand vorbei kommt. Telefonieren geht dann mangels Netz vielleicht nicht.
Alle paar Kilometer gibt es an den aspaltierten Strassen Rastplätze unter dem obligaten großen Baum.
In der Regel haben wir nur dort angehalten, wo gerade kein anderes Fahrzeug stand. Einfach so. Sehr viele Menschen in Namibia sind arm. Man muß das Schicksal ja nicht herausfordern...
Kleiner Tipp: Alle Autos haben Klimaanlage und die sollte man auch benutzen. Ein offenes Fenster führt nur dazu, dass das Auto binnen kürzester Zeit vollstaubt. Dieser feine Staub, der wirklich überall eindringt...
Noch ein Ratschlag: Die Landschaften sind faszinierend. Unterwegs ab und zu anhalten und geniessen, ist Teil des Urlaubs. Tagestouren über 300 km können schon anstrengend werden und dauern entsprechend, weil man häufig nicht schneller als 80 km/h fahren kann ( eher weniger).
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Wasserloch Twee Palms. Sinnig.
Wo war ich stehen geblieben ?
Ach ja: Etosha.
Der nächste Tag führte uns zu diversen Wasserlöchern. Weil der Meister wieder selbst gefahren ist, durften sich alle nach mir richten. Und das war gut !

Am Wasserloch Twee Palms habe ich einfach mal 20 Minuten gehalten, um eine große Herde Springböcke zu beobachten.
Die haben nicht viel gemacht außer herum zu stehen.
Das war für nicht alle Insassen interessant, was wiederum mir scheissegal war, weil ich keinen Bock hatte, von Wasserloch zu Wasserloch zu rasen, schnell den Rüsselträger oder das Zebra zu knipsen und dann weiter zu hetzen (na, merkt ihr was ?)...
Mit dem Wind im Rücken. Alberner Gepard...
Als ich den Motor anliess, rannte alles wie wild los. Wegen des Motorengeräuschs, wie mir Lederstrumpf im Auto erklärte. Sicher, weil die Springboks auch noch nie ein Auto gesehen oder gehört haben.
Und weil alle schon wieder mit Sabbelfunke oder Landkarte beschäftigt waren, habe nur ich den Gepard gesehen, der sich rotzefrech angeschlichen hatte. Ja isses möglich...

Da hockt er...
Also haben wir noch ein halbes Stündchen gewartet, um zu sehen,
...und bleibt ganz unbeeindruckt !



was noch passiert. Er hat noch ein bißchen geguckt und ist dann zur Piste gelaufen, um sich dort untern Baum in den Schatten zu legen. Der hat nicht mal gezuckt, als wir mit dem Wagen vorbeigeschlichen sind. Was für ein Erlebnis !


Mittags haben wir in Fort Namutoni gerastet. Das ist ein Stützpunkt, den die Deutschen dort errichtet haben. Wegen der Eingeborenen. Hier wurde dereinst deutsche Militärgeschichte geschrieben.

Na, Kolonialoberrat Bimmelmeier, bißchen jeflunkert, wat ?

Ja, der wackere deutsche Soldat. Außer Schiessgewehr völlig unbewaffnet wehrt er den Angriff der blutrünstigen Wilden ab ! In der Hektik hatte man damals freilich vergessen zu erwähnen, dass das Fort, welches ungefragt in das Land der Ovambo gebaut wurde, erst nach dem feigen Überfall in der heutigen massiven Form errichtet wurde. Da hatte man natürlich kein Geld für ein größeres Schild mehr über. Denn korrekt muss es lauten:

" Am 28.Januar 1904 überfielen 500 Ovambo die Station Namutoni. Sieben tapfere deutsche Reiter schlugen den Angriff siegreich ab..

...bevor sie sich im Dunkel der folgenden Nacht klammheimlich aus dem Staub machten !"
Also "siegreich" ist irgendwie doch anders, oder ?

Ansonsten haben wir an diesem Tage noch einen Leoparden erspäht und und und...
Hier eine kleine Auswahl:










  
















Beim nächsten Mal:

- Die Nacht des AAAAAH !!!: Frau Wuttke in Gefahr !

Sonntag, 14. August 2016

Opa muss reisen...nach Namibia (3)


Der Etosha Nationalpark...
Sicher haben viele von Euch darüber schon gelesen oder eine Doku im TV gesehen.
Der Etosha Nationalpark - benannt nach der Etoshapfanne, einer riesigen Salzsenke - ist der größte Nationalpark in Namibia und einer der berühmtesten in ganz Afrika.
Eigentlich ist es ein See, der jedoch nur alle Jubeljahre mit mehr oder weniger Wasser gefüllt ist (letztmalig 2008 vollkommen gefüllt). In diesem Jahr ist er trocken. Wie uns an vielen Orten versichert wurde, fielen die Regenfälle der letzten Jahre mager aus und so ist nicht abzusehen, wann die Pfanne wieder ein See sein wird.
Die Tiere kommen trotzdem bzw. sind sowieso immer da.
Betrachtet man sich die Landkarte wird klar warum.
Wo solln se denn ooch hin ?


In weiser Voraussicht haben wir drei Übernachtungen eingeplant und sind wieder mit der Überlegung abgestiegen: Wann kommen wir das nächste Mal her ? Darum haben wir im Okoshi Camp Quartier bezogen, dem Flaggschiff der Lodges im Park. Die Hütten sind auf Pfählen bis an den Rand der Pfanne gebaut und man hat einen phatastischen Ausblick. Es gibt günstigere Unterkünfte im Park, aber: kommt man so schnell wieder her?



Eine kleine Impression aus den Hütten.
Auch hier wieder: Keine Klima, kein Kühli. Zum See gibt es Türen, die man öffnen kann, auf den Seiten große Fenster, oben hängt der Fan. Reicht...


Naturfreunde und Menschen, die es gesellig auch beim Knuspern lieben, sitzen hier richtig. Die rustikale Bauweise mit senkrecht angeordneten grobbehauenen Naturstämmen verbirgt wenig. Als Entschädigung kommt der - nicht zu klein dimensionierte - Gecko jederzeit auch ins Knusperhäuschen.Gut für alle mit zwei Beinen, Pech für die mit sechs und acht.



So jetzt mal zum Wesentlichen: Die Tiere !
Der Etosha-Nationalpark ist im Wesentlichen naturbelassen, das heisst, menschliche Eingriffe erfolgen nur dort wo es notwendig ist und es sinnvoll erscheint. Pisten sind angelegt, die kreuz und quer durch den Park laufen, die Wasserstellen verbinden und Zugang zum Park gestatten. Welcher übrigens nur über Kontrollstellen möglich ist; dort wird auch der Eintritt bezahlt (kurze Anekdote: als wir vorfuhren, war kein Mensch zu sehen. Auf Hupen passierte nix. Warten war auch umsonst. Herinspaziert. Bei der Ausfahrt gab´s dann ein kleines Hallo, weil wir keine "Bescheinigung" vorzeigen konnten. Wie denn auch...Also zahlten wir den Eintritt beim Austritt. That´s Africa...).

So kann es aussehen...
Wasserstellen sind angelegt, mal sehr schön und geradezu idylisch, manchmal nur ein Betonbecken. "Ja aber...", mag man einwenden, doch bitte bedenkt: Namibia ist ein Land der Zäune. Tiere können nicht einfach von A nach B wandern, wenn das Wasser knapp wird, sie können auch die Staatsgrenzen nicht einfach so mir nichts, dir nichts passieren. Denn auch zwischen Namibia und Botswana gibt es einen sehr langen Zaun...
...oder so
Und Tiere sollen auch nicht unbedingt wandern. Zum Beispiel gibt es in Etosha  Elefanten, die noch ihre Stosszähne besitzen und einige Nashörner, welche dort vergleichsweise sicher sind. Löwen, Leoparden und Geparde besitzen dort einen natürlichen Lebensraum, außerhalb würden sie kurzerhand abgeschossen (oder müßten mit Peilsendern um den Hals den Opa erschrecken). Die Sicherheit dieser Tiere ist ausserhalb des Nationalparks nicht gewährleistet. Insofern sind menschliche Eingriffe notwendig und wünschenswert.

Unabhängig davon ist Etosha Afrika. So wie sich der Europäer das in Sachen Tierwelt vorstellt.

Kurz nach Einfahrt in den Park kreuzte ein Elefant die Piste. Er war gut 50m entfernt, aber so ohne Zaun und Graben war er groß. nein  wirklich: Groß ! Überraschend immer wieder, wie "plötzlich" Tiere neben der Piste "auftauchten". Da denkt man sich "Hey, die braun-gelb gefleckte Giraffe dürfte kaum zu übersehen sein". Irrtum, denn mehr als einmal standen zwei, drei Giraffen direkt neben der Piste und mümmelten im Laubwerk und wir bemerkten sie praktisch erst im Vorbeifahren.
Erstaunlich, wie diese Tiere in der Landschaft verschwinden.

Für die ganz Blinden gibt es in Etosha aber extra viel Freifläche, damit sie auch mal Tiere sehen....
In Etosha darf man übrigens das Fahrzeug nie verlassen (okay: ich bin einmal in der geöffneten Tür stehen geblieben) und das ist auch gut so. Nach dem ersten Elefenaten trottete 10min später der zweite über die Piste, blieb auf der anderen Seite stehen und rüsselte im Laub. Wir waren ziemlich sicher, dass er uns gesehen hatte, die Piste war breit, drum fuhren wir langsam vorbei. Sollte er gewöhnt sein. Aber Benjamin hatte wohl gerade geträumt, bemerkte das weisse Blechdings, zuckte, trompetete und drehte sich auf der Hinterhand in Richtung Auto. Unisono und nachdrücklich verliehen die drei Insassen ohne eigenes Lenkrad und Gaspedal dem Wunsche Ausdruck, diesen Ort nun verlassen zu wollen.

In Etosha haben wir auch das einzige Mal in Namibia (wilde) Löwen gesehen. Die lagen satt im Schatten, weil sie nachts ein Zebra gerissen hatten. Die Bilder sind eher unspektakulär...



Vier Tage waren wir schon in Namibia und hatten noch zwei Tage Etosha vor uns...

Im vierten Teil:

- Etosha
- Autofahren in Namibia