Sonntag, 8. Januar 2017

Opa muss reisen...nach Namibia (10)

Frohes Neues erstmal...

Da hat der Opa doch fast den letzten Teil der Namibiareise vergessen. Schlamperei.
Also hier geht´s weiter:



Langsam neigt sich die Reise dem Ende entgegen.

Zu unserer vorletzten Station, der Wolvedans Dune Camp, war es nur noch ein Katzensprung.



Und dann habe ich es doch noch geschafft. Einmal mußte ich mich im Sand festfahren und das kam so: Nur noch 2 km vor dem Ziel fuhr vor uns auf dem einspurigen Weg ein Jeep, der Gäste von einem Ausflug zurück zur Lodge brachte. Und dem platzt natürlich der Reifen... Schade auch, dass der Wagenheber nicht funktionierte. Im Urlaub bin ich regelmäßig geduldiger als daheim, aber als sich keine Lösung des Problems ins Sichtfeld schob, beschloß ich, einfach um das Ding drum rum zu fahren. Einfacher gesagt als getan, denn der Weg war schön eingefahren, rechts und links ging es gut 30-40 cm hoch. Rauf ging noch, aber runter nicht mehr. Der Motorblock des Polo setzte auf und dann ging es weder vor noch zurück. Wenigstens hatte Pannemann einen Spaten und mit dem hab ich dann
den Wagen freigeschaufelt und mithilfe der zwangspausierenden Gäste schob ich mich dann wieder zurück auf den Weg. Also doch noch ein bißchen Abenteuer zum Schluß...


Die Wolvedans Dunes Camp liegt in einem ziemlich großen Private Ressort, welches vor 25 Jahren durch die Zusammenlegung mehrer Viehfarmen entstanden ist, Namib Rand Nature Reserve. Der Besitzer ist wie so häufig ein Deutschstämmiger. Neben dem Camp gibt es noch weitere Lodges und Unterkünfte im Reserve, aber alles sind sehr kleine Geschichten, sehr privat.




Die Fahrzeuge werden am Empfangshaus abgestellt und dann wird man von seinem persönlichen Guide der nächsten Tage in die Dünen zum Camp gefahren. Dort arbeiten und wohnen nur vier Damen, die Männer sind anderswo untergebracht.
Die Tiere kommen vergleichsweise nahe an die Zelte heran, man kann sie praktisch vom Liegestuhl beobachten.



Abends fuhren wir zu sechst mit unserem Guide zu unserem Sundowner in die Dünen und genossen ein kühles Getränk und Snacks. Phantastisch !
Danach gab es ein vorzügliches Essen.







Am nächsten Tag fuhr uns unser Guide durch die Dünen.
Der Mann war kompetent und zeigte uns ständig Dinge, die wir alleine nie gesehen hätten (Leider habe ich mir seinen Namen nicht aufgeschrieben und ihn zwischenzeitlich nur vage in Einnerung. Asche auf dein Haupt, Opa !). Jedenfalls war der Mann absolut Klasse.

Oma Wuttke hat fotografiert, wer der Guide ist dürfte offensichtlich sein und wo ist der Opa ? Na klar: Der mit dem Bier, wer sonst ?
Zu Beginn stiefelte er mit uns ein paar Meter in  die Düne, zeigte auf den Boden und meinte, dort würde eine Dancing White Lady wohnen. Ich dachte erst, er meint ´ne Schlange, da begann er auch schon großzügig auszugraben. Zum Vorschein kam eine kleine Kugel, die unscheinbar aussah. Als er sie auf den Boden legte, klappte die Kugel acht lange weiße Beine aus und rannte davon. Ach du Kacke, war das eine große weisse Spinne ! Ich jedenfalls habe immer g geguckt, wohin ich meinen Arsch pflanze...




Urplötzlich macht er eine Vollbremsung, springt aus dem Auto und präsentiert uns ein Chamäleon. Der kleene Mann stand sozusagen mitten auf dem Weg. Er grub ihn mit Sand aus, was den auch nicht störte. Erst wenn man die Hand drüber hält und ein Schatten auf ihn fällt, wird der Kleene unruhig und will flüchten. Greifvogelsyndrom, you know ?! Death from above und so...







Ein interessantes Phänomen ist dies:


Wie schon man erwähnt gibt es in Namibia wirklich uraltes Gestein - Gondwanaland, gelle ? - das seit Jahrmillionen vor sich hin erodiert. Ziemlich eisenhaltiges noch dazu (wir erinnern uns an´s Moon Valley...), sodaß sich winzige Eisenpartikel im Sand finden. Einmal nur kurz mit einem Magneten durch die Sand gewischt und voila: Ein Igel !



Der Tierbestand ist recht hoch, allerdings hat es gut 15 Jahre gedauert, denn bis 1992 war es Weideland.




Nachmittags machte er ein Führung durch die Zentrale. Eigene Werkstatt für die Fahrzeuge, Solaranlagen, Dieselgeneratoren, eine recht große Speicherbank , Gewächshäuser, Kräutergarten. Die Privatunterkünfte der Beschäftigten und ihre Recreation Area mit Minidisco und Bar. Sehr interessant. Der überwiegende Teil der Salate und Gemüse, die man abends verputzt werden dort selbst gezogen, das Fleisch kommt teils von den benachbarten Safariparks, wo die Waidmänner aus dem Flugzeug zweifelsohne fleissig zugange gewesen waren...

Insgesamt betrachtet waren die Tage hier wirklich großartig und gehörten mit Sicherheit zu den Highlights des Urlaubs.

Am vorletzten Tag wollten wir eigentlich zur Red Dunes Lodge, aber dort gab es leider eine Buchungspanne (ja, auch das kann passieren), sodaß wir kurzfristig zur Bagatelle Ranch umgezogen sind. Durch die Verzögerung konnten wir allerdings nichts mehr unternehmen, obwohl uns die Besitzerin - natürlich auch wieder deutschsprachig - die Leoparden oder den Abendausritt empfahl (genau: dort kann man Reiterurlaub machen).
Wir entspannten uns indes bei Bier und einem wirklich vorzüglichen Barbeque. Ich empfehle Kudu-Carpaccio und Springbok und Beef. Mnjammmm. Der zahme Hausspringbok kam an jeden Tisch um sich zu vergewissern, dass alles schmeckt...



Am nächsten Tag ging es zurück nach Windhoek und dann war der Urlaub schon wieder Geschichte.

Wir wollen unbedingt nochmal nach Namibia !

Kommentare:

  1. Atemberaubende Bilder! Danke für den hervorragenden Reisebericht.

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    1. Freut mich, dass es gefallen hat und Ihr bei der Stange geblieben seid bei meinem mäandern und salbadern...
      Ist schon wieder 9 Monate her. Wie die zeit vergeht.

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  2. Mensch Opa, ick hätt mir dir jrößer vorjestellt! Der Eingeborene muss teutonische zwei Meter messen, wenn der auf dem Bild genauso groß aussieht...oder auf der Bierkiste stehen!
    Heia Safari!

    Michi

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    1. Natürlich war der HÖHER als ich. Aber keine 2 Meter !
      Außerdem ist GRößE eher etwas...Innerliches. Du verwechselst das mit LÄNGE :)

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